Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1906)
- Article
- Ein Beitrag zur Statistik der Juden in Großbritannien
- Date
- 1906-08-01
- Page
- Seite 122 (sequence 10)
- Language
- German
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nur die männlichen Personen über lo Jahre in Berücksichtigung gezogen werden. Die weibliche Heiratsziffer ist bei den Juden in allen Altersstufen um 22% und im Alter von 15 Jahren und aufwärts um 39% höher als die Ziffer für ganz London. Im Alter von 15 Jahren und darüber findet auf 35 männliche und 31 weibliche jüdische Personen pro Jahr eine Heirat unter den Juden statt: für London im allgemeinen stellt sich diese Ziffer auf 1 : 37 männliche und 1 : 44 weibliche Personen. Ich habe augenblicklich kein Material, das mich in den Stand setzt, aus der Zahl der jüdischen Heiraten die Wiederverheiratungen auszuschließen. Wenn dies geschehen könnte, so ist es wahrscheinlich, daß die Ziffer für die ersten Heiraten sogar noch bedeutend höher ausfallen würde als oben angegeben. Es ist zu beachten, daß durch die außerordentlich geringe Sterblichkeit unter den erwachsenen Juden das Durchschnittsalter der Verwitweten zur Zeit des Todes der Ehehälfte sich bedeutend höher stellt, Diese Tatsache an sich, selbst wenn keine andere Ursache mitspielen würde, würde die Zahl der jüdischen Wieder Verheiratungen reduzieren. Auch über das Durchschnittsalter der ersten Heiraten der Juden sind keine Daten vorhanden, jedoch befindet sich reichliches Material für das Gesamt-Studium der Heiraten in Somerset House, und ich hoffe, mir dasselbe zu Nutze zu machen. Das vorhandene Material ist nicht dazu angetan, irgend welche Folgerungen über die Fruchtbarkeit der jüdischen Heiraten zu gestatten. Zu diesem Zwecke müßten sowohl die Geburten wie die Heiraten für eine Reihe von Jahren fortgesetzt verzeichnet sein. 8. Die jüdische Bevölke rung G roß- B ritann i ens. Für die Feststellung der gesamten jüdischen Bevölkerung Großbritanniens können zwei Methoden angewandt werden. Die erste würde von der Annahme ausgehen, daß die Heiratsziffer in ganz Großbritannien dieselbe ist wie in London, und die zweite würde voraussetzen, daß die aus Rußland, Polen und Rumänien gebürtigen Juden denselben Prozentsatz zu der jüdischen Bevölkerung stellen wie in London. — Das Resultat dieser beiden Methoden auf die verschiedenen Gebiete Groß- Britanniens angewandt, stellt sich wie folgt: Tabelle XL — Die jüdische Bevölkerungin Grossbritannien. Erste Methode Zweite Methode London ...... Uebriges England u. Wales 144300 54000! 144300 81400 (-ranz England u. Wales . Schottland .... 1 Irland......( 199200 183Ü0 | 225700 27250 6100 Ganz Grossbritaimien 2175O0 259050 Durchschnitt . . 238275 Die auf Grund dieser beiden Methoden erzielten Resultate weisen beträchtliche Unterschiede auf. Ich halte das zweite Resultat für zu hoch, weil das Verhältnis der nichtjüdischen Russen und Polen gegenüber sämtlichen aus diesen Ländern Gebürtigen in den Städten außerhalb Londons grüßer ist als in London. So ist bekannt, daß in Schottland und Lancashire ziemlich viel christliche Polen ansässig sind. Der Durchschnitt beider Resultate wird der Wirklichkeit jedenfalls sehr : nahe kommen, und ich denke, daß man aii-; nehmen kann, daß die jüdische Bevölkerung i in Großbritannien im Jahre 1903 etwas \ weniger als 240 000 zählte. 9. Zunahmeziffer der jüdischen Bevölkerung. j Zum Schluß bleibt die interessante Frage : übrig, in welchem Verhältnis die jüdische Be-; völkerungGroßbritannienszunimmt. Ichglaube, | daß sich diese Frage am besten an der Hand | des durch die ermittelten Heiratsziffern be- : stehenden Materials lösen läßt. Unter Be-; nutzung der Emittelungen sowohl des Re-; gistrar General wie des Board of Deputies I übersteigt die Durchschnittszahl der Heiraten j während der Jahre 1899—1903 die für die! Jahre 1894—98 um 390 0. Das bedeutet eine j durchschnittliche Zunahmeziffer von 6,8% pro