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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-07-01 · Heft 7 (Juli 1906) · p. Seite 99

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 7 (Juli 1906)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Amsterdam
Date
1906-07-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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— 99 — erreichen die höchste Zahl im Jahre 1903, in welchem bei 20,1 °/o, also über ein Fünftel aller rein jüdischen Eheschließungen ausmachten. Zum Vergleiche sei angeführt, daß derselbe Prozentsatz in Berlin im Jahre 1903 35.6% betrug. Im Jahre 1904 ist in Amsterdam der Prozentsatz der Mischehen dann allerdings wieder sehr erheblich, nämlich auf 12,1%, gesunken. Die Mortalitätsverhältnisse sind bei den Juden in Amsterdam günstiger als bei den anderen Konfessionen. Es starben nämlich unter je 1000 Personen bei den im Jahre ( 1998/1902 16,8 Protestanten 1903 15,5 [ 1904 17,1 ( 1898/1902 18,7 Katholiken { 1903 16,6 { 1904 18,9 ( 1898/1902 12,3 Juden | 1903 11,7 1 1904 11,7 Mit diesen niedrigen Sterbeziffern stehen die Juden Amsterdams sogar günstiger da als die preußischen Juden, deren Sterbeziffer schon sehr niedrig ist, nämlich in den Jahren 1903 und 1904 14,4 bezw. 14,2 betrug, und als die bayrischen Juden, deren Sterbeziffer im Jahre 1900 15,5 betrug. Die Sterblichkeit nach Altersstufen gibt Tab. IV. an. Die längere Lebensdauer der Juden im Verhältnis zu den Christen zeigt sich besonders darin, daß unter je 100 gestorbenen Juden 33,8 Protestanten 25,9 Katholiken 22;3 über 64 Jahre alt waren. Läßt man die gestorbenen Säuglinge (unter 1 Jahr alten Kinder) außer Betracht, weil die Ungleichheit der Geburtenziffer das Bild verwirrt, und berücksichtigt nur das Altersverhältnis der über 1 Jahr alten Gestorbenen, so waren über 64 Jahre alt bei den Juden 42,5 „ „ Protestanten 34,1 „ „ Katholiken 31,6 Es kommen also unter den Juden erheblich mehr Personen ins Greisenalter als unter den Christen. Tabelle IV. Es starben in Amsterdam a) in absoluten Zahlen im Alter von Jahren im Durchschnitt Jahre 1893/ j902 im Jahre 1903 im Jahre 1904 Prot. Kath. jIsrael. Prot, j Katb. Israel. Prot. Kath |[srael. 0- 1 1- 13 13-61 üb.64 1199 812 1743 1319 666 397 683 500 148 97 237 246 1026 684 1658 1311 546 329 627 495 130 76 238 251 1090 864 1756 1452 597 473 667 580 98 103 223 268 zus. b) 0- 1 1- 13 13-64 üb.64 5073 auf j 23,7 16.0 34,4 25,9 2246 e 10( 29,6 17,7 30,4 22,3 728 ) Ges 20.3 13,3 32,6 33,8 4679 torbe 21,9 14,7 35,4 28.0 1997 118 gl 27,4 16,5 31,4 24,7 695 eichei 18,7 10,9 34,3 36,1 5162 r Kol 21,1 16,7 340 28,2 2267 ifessiv 26,4 20,8 29,4 23,4 692 m 14,2 14,9 32,2 38,7 zus. 100,0 100,0j 100,0 100,0100,0100,0 100,0j 100,0 j 100,0 Ebenso ist die Säuglingssterblichkeit bei den Juden viel günstiger als bei den anderen Konfessionen. Wenn wir nämlich die im Durchschnitt der Jahre 1900/1903 bei den einzelnen Konfessionen im 1. Lebensjahre verstorbenen Kinder zur Durchschnittszahl der in diesen Jahren lebend Geborenen in Beziehung setzen, sü starben auf je 100 Kinder bei den Protestanten 12,11 Katholiken 15,80 Juden 10,28 Auch dieser Umstand läßt auf einen verhältnismäßigen Wohlstand der Amsterdamer Juden schließen. Dieser Umstand allein reicht zur Erklärung jedoch nicht aus, da die Säuglingssterblichkeit sogar noch geringer ist als bei den noch wohlhabenderen deutschen Juden. Es muß vielmehr weiter in Betracht gezogen werden, daß die allgemeinen GesundheitsVerhältnisse in Amsterdam sehr günstig sind. Die allgemeine Sterbeziffer betrug im Jahre 1903 15,4 (gegenüber 16,1 in Berlin) und die Säuglingssterblichkeit nur 11,6 (gegenüber 16,7 in Berlin). Diese niedrige Säuglingssterblichkeit dürfte, falls nicht auch das Klima und die natürliche Kanalisation durch die mit dem Meere in Verbindung stehenden Graachten günstig einwirkt, am ehesten dadurch zu erklären sein, daß die Mütter in Amsterdam, insbesondere auch

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