Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Stand und Bewegung der jüdischen Bevölkerung im Grossherzogtum Hessen während des 19. Jahrhunderts
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
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— 84 — übrigen Hessen hat sich die Zahl der Juden nur lieh jährlich in 1901/04. Dagegen ist naturgemäß im Zeitraum 1828/61 erhöht, während dann fortgesetzt eine Abnahme stattfand, zum großen Teil durch Abwanderung in die größeren Städte, so daß die Zahl der Juden von 16 625 im Jahr 1828 auf 15 574 im Jahr 1900 gesunken ist. Man hat hier den „Zug in die Stadt" in der ausgeprägtesten Form. Einen genaueren Einblick in die Bewegung der jüdischen Bevölkerung sollen die Tabellen II, III, IV gewähren. Nach der Tabelle II hat sich die jährliche Zahl der christlichen Eheschließ angen in den letzten 40 Jahren unter Schwankungen bedeutend erhöht, während die jüdischen Heiraten an Zahl ziemlich unverändert geblieben sind. Beachtenswert bleibt die große Zunahme der jüdischen Mischehen, In den 1860er Jahren wurde durchschnittlich jährlich nur eine einzige jüdische Mischehe geschlossen, heute deren mehr wie 10. Der Tabelle III ist zu entnehmen, daß die Zahl der Geborenen (einschließlich der Totgeborenen) aus rein jüdischen Ehen in steter Abnahme begriffen ist, von rund 800 in den 1870 er Jahren auf 439 durchschnittene Zahl der in jüdischen Mischehen Geborenen bedeutend gestiegen. Die Hälfte dieser Kinder wurde bei der vorliegenden Arbeit den Juden zugerechnet. Die Zahl der unehelich Geborenen hat keine bemerkenswerte Schwankungen erlitten. Die Todesfälle bei den Juden sind an Zahl beträchtlich gefallen, was hauptsächlich eine Folge der Verringerung der Geburten ist. Für mehrere Jahre liegt die Auszählung der verstorbenen Juden noch nicht vor. Die fehlenden Zahlen wurden durch Interpolation ergänzt. Ein wesentlicher Fehler kann dadurch nicht entstanden sein. Ein übersichtliches Bild über die Bewegung der jüdischen und nicht jüdischen Bevölkerung in Hessen gewährt die Tabelle IV, besonders auf Grund der Verhältniszahlen. Die Heiratsziffer der Juden war stets etwas niedriger als die der Christen. Sie war in den letzten 40 Jahren fast unverändert 13,0 bis 13,5 und ist nur in 1901/04 auf 14,8 gestiegen. Auch die Geburtsziffer der Juden war stets niedriger als die der Christen. Während jedoch die christliche Ziffer nur wenig gefallen ist, von 37,3 auf 34,0, ist die jüdische von 31,7 in 1866/70 auf 19,0 in 1901/04 zurückgegangen. Tabelle IV. Durchschnittlich jährlich Im Zeitraum heirateten Christen | Juden wurden geboren (einschl. Totgeb.) bei den Christen | Juden starben (einschl. Totgeb.) Christen | Juden betru Geburte schuß l Christen £ der müberei den Juden wurden unehelich geboren (einschl. Totgeb.) bei den Christen | Juden 1866/70 1871/75 1876/80 1881/85 1886/90 1891/95 1896/1900 1901/04 1866/70 1871/75 1876/80 1881/85 1886/90 1891/95 1896/1900 1901/04 14 539 15107 12 930 12 805 14332 16 015 18 533 19 297 17,9 18,0 14,6 13,9 15,1 16,2 17,6 17,1 329 337 350 351 344 337 331 361 13,0 13,2 13,4 13,3 13,3 13,4 13,5 14,8 30 371 32 762 33 241 30 950 30 924 32 914 36 002 38 480 Auf IOC 37,3 39,1 37,6 33,7 32,6 33,2 34,2 34,0 803 834 828 708 620 566 486 464 X) Christ* 31,7 32,6 31,6 26,8 24,0 22,6 19,8 19,0 21 954 22 924 22 331 21 930 22 024 22 109 21 224 21 573 m bezw « 27,0 27,4 25,3 23,9 23,2 22,3 20,1 19,1 476 505 488 437 420 400 380 350 Juden 18,8 19.7 18,6 16,6 16,3 15,9 15,5 14,3 8 417 9 838 10 910 9 020 8 900 10 805 14 778 16 907 10,3 11,7 12,3 9,8 9,4 10,9 141 14,9 327 329 340 271 200 166 106 114 12,9 12,9 13,0 10,2 7,7 6,7 4,3 4,7 3 928 2 611 2384 2 389 2 390 2 634 2 909 2794 Auf 100 jeder Kc 12,9 8,0 7,2 7,7 7,7 8,0 8,1 7,3 23 16 15 14 12 10 17 15 Geborene >nfession 2,9 1,9 1,8 2,0 1,9 1,8 3,5 3,2