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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 51

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Anthropologische Untersuchungen über die russisch-polnischen Juden und der Wert dieser Untersuchungen für die Anthropologie der Juden im Allgemeinen
Date
1906-04-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 schwankt zwischen 54% der südrussischen und 52,9 der italienischen bis zu 15—4% unter den Spaniolen, den galizischen, lithauischen, kleinrussischen und Rigaer Juden. Die polnischen mit dem ihnen zukommenden Werte von 30% nehmen eine Mittelstellung ein. Andererseits tritt dunkelbraunes Haar unter den polnischen, galizischen und kleinrussischen Juden häufiger als bei allen übrigen auf. Die allgemeine Zahl der dunkelhaarigen Juden steigt bis auf 77.64%. die kaukasischen Juden ausgeschlossen, oder 79,17%, die letzteren mit eingerechnet. Neben dem dunklen soll auch das rote Haar nach einstimmiger Ansicht der Gelehrten am stärksten unter den Juden verbreitet sein: es wird daher nicht uninteressant sein, wenn wir einige diesbezügliche Beobachtungen verschiedener Forscher anführen. Die Mehrheit der Autoren rindet unter den Juden von 1,8% (Spaniolen) bis 4.3% (galizische und kleinrussische Juden) rothaarige Individuen; nach unseren Beobachtungen kommen bis zu 2.66% Rothaarige unter den polnischen Juden vor. Der mittlere Prozentsatz der rothaarigen Individuen beläuft sich für alle in Tabelle I angeführten Juden auf 3,31%. Augenfarbe. Die Färbung der Iris der polnischen Juden stellt eine bedeutend geringere Vorherrschaft der duuklen Farbentöne über die heilen dar. als es bei den Haaren der Fall ist. Neben den 89,5% grauen und blauen Augen (Tab. I) finden wir bloß 49,5% braune und schwarze. Alles übrige d. h. der zehnte Teil aller Beobachtungen ist unter die sogenannten gemischten Augen aufzunehmen, d. h. solche, deren Iris, grau oder blau, radiale Streifen von gelber oder brauner Farbe enthält. Nach den Angaben anderer Autoren treten auch bei allen übrigen Juden dieselben Proportionen auf. Ziehen wir die beiden Hauptrubriken, dunkle und helle Augen, in Betracht, so finden wir folgendes: das Maximum der Vorherrschaft der dunklen Augen ist bei den kaukasischen Juden zu finden, da unter ihnen etwa 9 mal so viel dunkle Augen als helle zu beobachten sind; in anderen Ländern steigt dieses Verhältnis nie zu diesem hohen Werte an: in Italien, im Rogatschauer Kreise, sowie in dem Gouvernement Moliilew gibt es nur zwei mal so viel dunkle Augen als helle. Unter diesem Verhältnis stehen die Spaniolen, die lithauischen und die kleinrussischen Juden. Das geringste Verhältnis zu Gunsten der dunklen Augen findet sich bei den polnischen Juden (10%) und bei den galizischen (7,7). Der mittlere Prozentsatz der Dunkeläugigen unter den Juden (58,1% — die Kaukasier ausgenommen) ist etwa anderthalb mal so groß wie der für die helläugigen. "Will man die Juden des Kaukasus mit zur Betrachtung heranziehen, so erhöht sich freilich das beiderseitige Verhältnis (60,2 % und 39,8 %) etwas, erreicht aber dasjenige der Haarfarbe bei weitemnicht. Typus. Dies alles führt zu dem Schlüsse, daß, Haar und Augen gleichzeitig betrachtet; die Koinbina- '. tion der dunklen Augen mit dem dunklen Haar : am häufigsten bei den polnischen Juden anzu- \ treffen ist, was aus der folgenden Zusammenstellung ersichtlich wird. Unter 188 untersuchten polnischen Juden gehören zum ■ Dunklen Typus 106 Individuen oder 57,92°/ ' Hellen „ 1 ,, ., 0,55 °/o Gemischten „ 76 ., 41,53% 1 Demnach sind fast 3/4 aller von uns beobachteten; Juden dunkel, die übrigen sind mit Ausnahme : eines einzigen von gemischtem Typus.; Analoge Resultate werden auch unter ande- : ren Juden erzielt. Bei den südrussischen ist; der dunkle Typus fast in demselben Maaße ver- | breitet: stärker ausgeprägt ist er bei den italiei nischen und denen des Rogatschauer Kreises,; schwächer unter den kleinrussischen, lithauischen; und Rigaer Juden. Die Zahl für den hellen; Typus unter den Juden ist nach Angabe aller : Autoren bedeutend höher als die, die wir bei! den polnischen gefunden haben: so schwankt die | Zahl der hellen Individuen von 9.4% im Kreise | Rogatschew bis 18 % in Riga. Schließlich führen; verschiedene andere Autoren niedrigere Daten | als die von uns angegebenen für den gemischten j Typus an; die geringste Zahl für den gemischten | Typus hat sich unter den Juden des Kreises | Rogatschew7 gefunden. Für alle in unserer | Tabelle (I) erwähnten Juden, die polnischen mit i einbegriffen, aber die italienischen ausgeschlossen.

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