Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Die Juden in den Vereinigten Staaten
- Date
- 1906-03-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
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— 36 — 1877 1905 Anzahl : pCt. Anzahl pCt. Nord-Atlantisch. Gebiet Süd-Atlantisches Gebiet Süd-Central Gebiet Nord-Centrai Gebiet Westliches Gebiet 116 017150,64 21158! 9,23 23 964; 10,41 46 478^20,24 21 465' 9.b2 1 103 700 70,80 64 425 4,13 62 085 3,98 277 00047.77 51 500 3,30 229 082 99,84 1 558 710 99,98 In Anbetracht der großen Anzahl derjenigen, die in New York und Umgebung bleiben, ist die Ziffer für das nordatlantische Gebiet während des letzten Viertel-Jahrhunderts ziemlich gestiegen# Die verhältnismäßig größte Zunahme hat jedoch im Nord-Central-Gebiet stattgefunden, und zwar von 50 000 bis 300 000. Die Zunahme in den westlichen Staaten war verhältnismäßig nicht groß, v^on 20 000 auf 50 000, ist aber immerhin in anbetracht der Schwierigkeiten und Kosten des Transportes nach der Pacific-Küste nicht unbedeutend. III. Herkunftsland. Es existiert kein Material über das Herkunftsland der jüdischen Einwohner in den Vereinigten Staaten im ganzen; was jedoch die Einwanderung der letzten 20 Jahre Q884—1905) betrifft, so sind in der folgenden Tabelle die Länder, aus welchen die jüdischen Einwanderer in New-York gekommen sind, verzeichnet und es sind in der letzten Rubrik die Prozentsätze an* gegeben, zu denen im Jahre 1904/05 die einzelnen Landsleute die Mildtätigkeit der United Hebrew Charities in Anspruch genommen haben. Herkunftsland Anzahl Prozent Unter je 100 die Mildtätigkeit in Anspruch Nehmenden stammten aus neben- : bezeichnetem Lande Russland 551 708 67.94 5ü,70 Oesterreich 192 r>09 . 23,70! 29,26 Rumänien 43 757 5.38 S 5,77 Deutschland 16 619 2,04! 5,89 Frankreich 451 0,05 0,12; olland 499 0,06 0,21 England 3 603 0,44 0,76 Türkei 2 074 0,25 j 0,43 Syrien 3 — | — Dänemark 261 0,03 i — Schweiz 1 __ 0,03 Spanien 6 0,24 Schweden 421 0,05! 0,03 Süd-Amerika 5 — | 0,05 Bulgarien Griechenland 7 —! 12 -— 1 — 811,936 99,94 — Es ist aus der Tabelle zu ersehen, daß die in die Vereinigten Staaten ankommenden russischen Juden etwa zwei Drittel der jüdischen Einwanderer bilden; beinahe ein Viertel der Juden kommt aus Oesterreich. Die Anzahl der schwedischen und dänischen Juden erscheint ziemlich groß, wenn man sie mit der jüdischen Bevölkerung dieser Länder Vergleicht. Bei den „Türken" sind die jüdischen Einwohner von Kleinasien und Palästina sowie von Constantinopel und Saloniki einbegriffen. Es geht ferner aus der Tabelle hervor, daß die russischen Juden die Mildtätigkeit verhältnismäßig in etwas geringerem Grade in Anspruch nehmen als die österreichischen Juden, was die Beobachtung bestätigt, daß das „Judenelend" in Galizien größer ist. Nur 2,39 Prozent der Bittsteller waren in Amerika geborene Juden. IV. Beschäftigung. Ebenso wie über das Herkunftsland ist es auch unmöglich, genaue Details über die Beschäftigungen der amerikanischen Juden zu geben; die Polen und Russen in New-York sind jedoch fast ausschließlich Juden (es existiert nur eine orthodoxe griechische Kirche in der Stadt) und Uber die Berufsverhältnisse der Russen und Polen ist in der letzten Volkszählung (Twelfth Census) berichtet. Aus ihrer im folgenden angegebenen Berufsgliederung können einige Schlüsse über die allgemeine Ver- | teilung der Berufe unter den amerikanischen Juden gezogen werden. Polen j Russen Männl.; Weibl. \ Männl.! Weibl. Landwirtschaft!. Berufe Dienstboten u. persönl. Dienstleistungen . . . Handel und Verkehr . . Handw. u. Fabrikindust. S44j 47 359| 63 2 8691 1159 3 874; 561 8 590! 2 349 230! 36 2196; 306 3 674 2 527 22 031 2 911 44160, 14 362 116 536 4179! 72 291'20 142 Die geringe Anzahl der Ackerbauer in New- I York wäre begreiflich, da in einer großen Stadt i wenig Gelegenheit zu ländlichen Beschäftigungen j vorhanden ist, aber merkwürdig genug trifft das 1 Verhältnis wahrscheinlich für das ganze Land zu, und der Versuch, Juden anzusiedeln, hat bisher keine großen Erfolge gezeitigt, obgleich über 10 000 Juden gezählt worden sind, die jetzt ihren