Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- Zur Statistik der Juden in Ungarn
- Date
- 1905-12-01
- Page
- Seite 13 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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1 3 zeuten. Unter allen Medizinern (824) bildeten die Juden mit 334 Hörern 40,5 %7 unter allen Juristen (6037) mit 1462 Hörern 24.2% und unter den 185 Pharmazeuten mit 54 Hörern 29;2%. Noch wesentlich stärker allerdings sind die Juden im Polytechnikum vertreten, wo sie beinahe die Hälfte aller Studierenden bildeten, in der allgemeinen und chemischen Abteilung bildeten sie sogar weit über die Hälfte der Hörer. Die Theologiestudierenden sind bei den Juden naturgemäß in einer ihrem Bevölkerungsanteil entsprechenden Zahl vorhanden. In den Mittelschulprofessor Bildungsanstaiten zu Budapest und Kolozsvar waren 1901/02 unter 490 Mitgliedern 103 Juden oder 21%, im Jahre 1902/03 unter 487 Mitgliedern aber nur 32 Juden oder 6,6%. Mittelschulprofessorendiplomen erhielten im Jahre 1901 und 1902 unter 147 Personen 16 Juden oder 10,5% und im Jahre 1902/03 unter 181 Personen 21—11,6 %. In den Kunstschulen in Ungarn (ohne Kroatien-Slavonien) waren jüdische Schüler vorhanden : in absol. in % Zahlen aller Schüler 1. Webeschule 6 18,8% 2. Musterzeichenschule u. Zeichenlehrerbildungsanstalt 23 11,9 „ 3. Bildhauer-Meistersehule 1 14,3,, 4. Theaterschule 61 23,8,, 5. Musikschule_686_16,5 „ alle Kunstschulen 777 16,6% Die Juden sind also in Theaterschulen verhältnismäßig am stärksten vertreten, während allerdings absolut genommen die meisten Juden Kunstschulen und Musikschulen besuchen, wie diese Institute auch bei der übrigen Bevölkerung weitaus bevorzugt sind. In Kroatien-Slavonien, wo es nur Musikschulen (mit 546 Schüler) gibt, sind Juden unter den Schülern nicht vorhanden. In den Hebeammenbildungsanstalten waren im Jahre 1902/03 unter 792 Schülerinnen oder 6,1% 48 Jüdinnen, in Kroatien-Slavonien unter 55 Schülerinnen keine Jüdin. Was sonstige Fachschulen anlangt, so waren im Jahre 1902/03 jüdische Schüler vorhanden : in absol. in % Zahlen aller Schüler Handelsschulpro fess.- BileL- Anstalt 38 58,5% Erzieherinnen-L ehrkirr s 19 7,S„ Turnlehrer-Bildungskurs a) für Männer 3 11,1 „ b) für Frauen 6 27,3 „ Post- und Telegraphen- Lehrkurs 13 9,1 „ Eisenbahnbeamten- Lehrkurs 40 241 „ Schiffsoffizier-Lehrkurs 0 0 „ Lehrkurs für Ewachsene 191 34,3 „ Stotterlehrerkurs 5 35,7 „ L ehrerbildungs-Anstalt 0 0 „ Zusammen: 315 24,5% Also auch die Fachschulen werden von den Juden weit über ihren Bevölkerungsanteil besucht; sie bilden auch hier durchschnittlich beinahe den 4. Teil der Schüler; in den Schiffsoffiziersschulen sind die Juden bezeichnenderweise nicht vertreten. In den Landwehr-Offiziers-Biidungsanstalten gibt es auch so gut wie keine Juden, und in der Kadetten-Oberrealschule Sopron sind unter 140 Zöglingen 3 Juden; im ganzen unter 837 Zöglingen derartiger Anstalten nur 3 Juden (1901/02 überhaupt keine). In Kindergärtnerinnen - Bildungsanstalten waren vom Jahre 1902/03 unter 614 Zöglingen 68=11,1% Jüdinnen.