Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-12-01 · Heft 12 (Dezember 1905) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 12 (Dezember 1905)
Article
Zur Statistik der Juden in Ungarn
Date
1905-12-01
Page
Seite 12 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-3187624-3187637-3188569--0487-3188609
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 12 — Von den höheren Schulen gab es nur eine jüdische (nicht vollständige) Realschule. Die Konfession der Schüler in den Gymnasien und Realschulen ergiebt sich aus Tabelle VII. In den Gymnasien sind danach die Juden 4 mal so stark vertreten als ihrer Bevölkerungszahl entspricht, in den Realschulen, die in Ungarn von den Juden bevorzugt zu sein scheinen (fast8mal), sind sie so stark, daß sie beinahe die Schülerzahl der römisch-katholischen, welche die Hälfte der Bevölkerung bilden, erreichen. Dabei nimmt die Prozentzahl der jüdischen Schüler fast andauernd noch etwas zu, während die der übrigen Konfessionen gleichbleibt oder abnimmt. In Kroatien-Slavonien betrug im Jahre 1902 und 1903 die Zahl der jüdischen Schüler in absoluten in % aller Zahlen: Schüler: im Obergymnasium 232 6,6 „ Ober- und Unter-Realgymnasium 313 12.4 „ Mädchen-Gymnasium 33 10,3 im ganzen 578 9,1 In Kroatien-Slavonien, wo die Juden nur 0,8% der Bevölkerung bilden, schicken die Juden somit elfmal soviel Schüler in die höheren Schulen als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht, verhältnismäßig noch mehr als in Ungarn. In den Vorjahren betrug ihr Anteil an den höheren Schulen in Kroatien, Slavonien die Zahl der Schüler insgesamt: Juden: 1897/98 6345 473= =7,4o/o 1898/99 6471 466- ■-7,Oo/o 1899/1900 6575 515= -7,8% 1900/01 6693 562= -8,4% 1901/02 6778 580= -8,5% 1902/03 6357 578- -9,1% Die Prozentzahl der jüdischen Schüler ist demnach auch hier andauernd gestiegen. In den höheren Mädchenschulen in Ungarn waren im Jahre 1902/03 unter 5085 Schülerinnen 1595 31,3% Jüdinnen. In den höheren Mädchenschulen ist also der Anteil der Juden noch viel stärker als in den höheren Knabenschulen. In den Lehrerbildungsanstalten befanden sich im Jahre 1903 251 Juden und 285 Jüdinnen, was einem Prozentsatz von 4,61 bezw. 6,36 aller Schüler bezw. Schülerinnen entspricht. Im Jahrfünft 1891/95 betrugen die entsprechenden Prozentsätze 5,39 und 10,17; der Anteil der Juden unter den Zöglingen der Lehrerbildungsanstalten ist also zurückgegangen. Schließlich sind noch die Verhältnisse an den Hochschulen in Betracht zu ziehen. Es waren jüdische Hörer vorhanden 1. Universität Budapest: in absoluten in °/0 aller Zahlen: Hörer: Juristische Fakultät 1035 31,1 Medizin. „ 318 45,4 Philos. „ 349 28,2 Pharmaceut. Lehrkurs 37 28,5 Zusammen 1739 31,2 Universität Koloszvar: Juristische Fakultät 148 14,9 Medizin. „ 16 12,9 Philos.-philol. „ 4 1,7 Mathm.-natrw. „ 4 3,3 Pharmaceut. Lehrkurs 17 30,9 Summa 189 11,8 Polytechnikum Budapest: Allgm. u. chemische Abt. 45 64,8 Hochbau-Abteilung 35 34,3 Ingenieur-Abteilung 245 45,2 Maschineningenr.-Abt. 354 46,9 Summa 679 46,3 Rechtsakademien: 282 17,1 Theolog. Lehranstlt. (darunter 1 jüdische) 79 4,3 Alle Hochschul, zusam. 2968 21,5 In Kroatien-Slavonien waren an der einzigen Universität zu Zagreb (Agram) unter 894 Hörern 33 Juden o der3.7°/o immer noch 4—5 mal mehr als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht, während in Ungarn, wie die obige Zusammenstellung zeigt, der vierte Teil aller Hochschüler Juden sind. An der Universität Budapest ist es beinahe der dritte Teil. Besonders stark vertreten sind die Juden (wie allenthalben) in der medizinischen und in der juristischen Fakultät und bei den Pharma-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.