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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-11-01 · Heft 11 (November 1905) · p. Seite 13

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 11 (November 1905)
Article
Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Bayern im 19. Jahrhundert
Date
1905-11-01
Page
Seite 13 (sequence 3)
Language
German
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13 — zurückgegangen, während die christliche Bevölkeruno; in den Städten 195 %, auf Lande um 14.5 % gestiegen ist. Tabelle IY gliedert die Ergebnisse der Volkszählung von 1000 für die Städte nach Größenklassen und zeigt, daß nach wie vor die Groß- Tabehe IV. Ksvrolmenjin Städten mit;in Städten :> U:m Städten mit! von jelOO; ..;;me.hr als lOGOGi 50Ö0 20000 i raerr; > 5000 : Kinwohern! Einwohnern Einw. zu:>;\?!:r>i.! ::e:nerer» Orion Juden : 40.2°/0 Christen21,9 °/0 11,2 °', 7d«/ otA tf , 29,3«/, 42.6 o/0 70.7 0;0 stadt der Hauptanziehungspunkt für die jüdische Bevölkerung ist. Es leben jetzt 46.2 °/o aller Juden in Städten mit mehr als 20000 Einwohnern. Wie sich die jüdische Bevölkerung auf die einzelnen Städte des Königreichs verteilt, zeigt für die Städte mit erwähnenswerter Bevölkerung die Tabelle V. Tabelle V. indischer Es wohnten Juden ia;j 1840 1867 1900 München ....;! 1423 2 097 8 739 Nürnberg ...-;! 6 1254 5 956 Augsburg . ... j| 97 449 1171 Würzbursr. . . . 1; 425 1099 2 567 Fürth. . T . . . . ij 2 535 3 116 3 017 Kitzingen . . . . |! 0 57 463 Nördlingen . . . 1! 2 69 408 Zusammen . . ii 4 483 8141 22 321 Bemerkenswert ist. daß die bis 1867 größte jüdische Ansiedlung, Fürth, von München (mit 8739 Einwohnern) und Nürnberg (5956) auf den dritten Platz verdrängt wurde, und daß auch dieser ihm von Würzburg bald streitig gemacht werden dürfte. Todesursachen der lüden und Unter den wenigen Städten, welche eine Statistik der Todesursachen der Gestorbenen, getrennt nach Konfessionen, liefern, bietet Budapest wegen der großen Zahl der dort wohnenden Juden für unsere statistischen Zwecke das größte Interesse. Wir geben deshalb auf Grund der Angaben im 5. Jahrgang des Budapester Statist. Jahrbuchs (Budapest 1904) folgende U ebersieht über die Todesursachen bei den im Jahre 1902 gestorbenen Personen. hrlsten in Budapest im ]2hre 1902. liehe. Am markantesten ist der Unterschied bei den Krankheiten der Atmungsorgane, die bei den Juden nur in 25,79 %, bei den Christen dagegen 34,46 % aller Sterbefälle die Todesursache Dl Es starben an Krankheiten j In absoluten j Zahlen i Christ, i Juden des Nervensystems. . . der Zirkulationsorgane „ Atmungsorgane . . „ Verdauungsorgane „ Urogenitalorgane . „ Haut und Muskeln „ Gelenke und Knochen Konstitutionskrankheiten . Infektionskrankheiten . . . anderen u. unbekannt. Krankh. gewaltsamen Todesarten . 1513! 971: 4 249^ 1351 341 57 58 2173 1026 101 492 361 251 619 229 96 15 11 500 217 17 81 12 332 2 400 In Prozent aller Gestorbenen Christ. I Juden 12,27: 7,87^ 34,48 10,96: 2.76 0,46 0,47; 17,62; 8.32 0.S2; SM 15,04 10,46 25,79 9,54 4.00 0.63 0.46 20,83 9,04 0,71 3,50 100,00100.00 Die Unterschiede in den Todesursachen sind hiernach bei Juden und Christen ziemlich erhebm bildeten. schon durch viela andere Statistiken bekannte große Widerstandskraft der Juden gegen Krankheiten der Atmungsorgane wird hierdurch aufs neue bestätigt. Dagegen sind bei den Juden die Krankheiten des Nervensystems, der Urogenitalorgane und die Konstitutionskrankheiten häufiger Todesursachen als bei den Christen. Betrachten wir neben diesen Krankheitsgruppen die einzelnen wichtigeren Krankheiten, so ergiebt sich das in Tabelle II wiedergegebene Resultat. Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, daß die Krankheiten, von denen die Juden weniger befallen werden als die Christen, in erster Linie Lungenschwindsucht und Enteritis (Darmkatarrh), sodann Lungenentzündung. Bronchitis (Bronchienentzündung) und angeborene Lebensschwäche sind. Stärker befallen als die Christen werden die Juden dagegen insbesondere von Krebs und Gebärmutterkrebs. Herzkrankheiten, Scharlach und Altersschwäche, sodann

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