Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Bayern im 19. Jahrhundert
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 12 (sequence 2)
- Language
- German
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- 12 - Tabelle II. 181 3 1810 186 7 1900 Regierungs¬ Q 5 2 o £3 o » o s'i bezirk Zahl der O - i-5 2 ■= c Zahl der 1 S E h Zahl der o S Zahl der © =1 Juden V< £ g Ö c — Juden! s c 5 Juden - M Juden '- 2 s <~% <£S <i 1 <-| p —i — Ja: — 489 0,8 1 528 1 2,3 2 154 2,6 9 076 6,9 5 0,0 15 | 0,0 ~X3Ö 0,1 294 0,4 Pfalz.................., 10 470 23,5 15 396 j 27,0 13 042 20.8 10 103 { 9 •<--)- 99 t 2.5 1061 j 2,4 1045 2,1 1472 2,7 ] Oberfranken............ 6 286 16,1 6 568; 13.7 4129 7, ( 3 322 5,5 11816 27,3 11377 I 22,5 10 522 18,2 13 111 16,1 16 637 33.8 16 451 i 28,8 14 400 24,G 13 641 20.9 6 514 13,6 0 891! 12,9 4 512 3 904 5,4 ( Bayern links des Rheins..... * 42 738 — 43 892 — 36 798 — 44 820 _ 10 470 23,5 15 396 | 27.0 13 042 20,8 10108 12,2 53 208 14,5 59 283 | 13,8 49 840 10,3 54 923 8,9 betriebs für die Juden enthielt, in seinem Abs. 2 aber die gewährte Berechtigung sofort wieder illusorisch machte, da er den Betrieb eines Handwerks durch einen Juden davon abhängig machte, dal] der Jude einer Zunft angehörte, und die Aufnahme in eine Zunft für einen Juden nur in seltenen Fällen zu erlangen war. Als obendrein das Jahr 1840 die oben erwähnte scharfe Durchführung des Hausierverbots brachte, fanden starke Auswanderungen statt, denen bis 1867 keine Einwanderungen gegenüberstehen. Daß seit 1867 das Anwachsen der jüdischen Bevölkerung kein schnelleres ist, obwohl damals die drückenden Schranken fielen, dürfte wohl auf die von Thon schon festgestellte geringe Geburtenziffer zurückzuführen sein. Diese ist auch Schuld daran, daß auf 1000 Einwohner im Jahre 1900 nur noch 8,9 Juden kamen, im Jahre 1840 dagegen noch 13,6. Tabelle II zeigt die Verteilung der bayrischen Juden auf die einzelnen Hegirungsbezirke in den zwei für ihre Geschichte bedeutsamen Jahren 1840 und 1867, verbunden mit den Ziffern der Jahre 1818 und 1900. Die Tabelle ergibt, daß Unteriranken nach wie vor die zahlreichste jüdische Bevölkerung aufzuweisen hat, obwohl es wie alle mehr ländlichen Kreise (Oberfranken, Mittelfranken, Schwaben und Neuburg, Niederbayerns verschwindend kleine Ziffer bedeutet garnickts) Ys seiner ursprünglichen jüdischen Bevölkerung an die Kreise mit größeren Städten abgegeben hat (Oberbayern mit München, Mittelfranken mit Nürnberg und Fürth). In Unterfranken kommen auf 1000 Einwohner 20,9 jüdische, in Niederbayern dagegen nur 0,4. Den „Zug nach der Stadt" noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen, ist der Zweck der Tabellen III bis V. Tabelle III zeigt die Verhältnisse in Stadt und Land bis zum Jahre 1895. Sie ist dem Buch Held's „Verschiebung der Konfessionen in Bayern und Baden" entnommen und läßt ersehen, Tabelle HL i Es wohnen in unmittelbaren 1B1 |; Städten von je i000 Es kamen Juden auf 1000 Einwohner in den Jahre;aei- Ges,n.t-| der Juden : bevölkereng | unmittelbaren Städten kleineren Orten 1840 ii 11.8! 13,8 1871 jl 16,3! 32,7 1880 i! i — 1895 Ü 24.8 | 55,2 18,0 i 13,4 20,8 | 8,4 23,0 7,1 20,5 5,5 daß 1895 bereits 55 % der Juden in unmittelbaren Städten wohnten, während von der Gesamtbevölkerung nur etwa sich dort aufhält. Das Drängen nach der Stadt hat in den kleineren Orten den Prozentsatz der Juden unter der Gesamtbevülkerimg von 13,4 %0 im Jahre 1840 auf 5,5 %o im Jahre 1895 herabgedrückt. Gegenüber dem Jahre 1840 ist die jüdische Bevölkerung in den Städten bis zum Jahre 1895 um 262 % gestiegen, auf dem Lande um 52,9%