Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Krakau
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
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Tab. IV. Es starben in absoluten Zahlen im Durchschnitt der Jahre Jahren 1887/89 1891/93 1894/96 1897, 1900 1887/89 1891/93 1894/96 1897/1900 Christ. Jud. Christ, Jud. Christ.: Jud. Christ. Jud. Christ." Jud. Christ. Jud. Christ. Jud, Christ. Jud. 0-1 377 ■ 136 397; 119 389! 132 373 100 19,6i 28,4 17.6 21.8 20,3 23,7 16,0 21.5 1—5 216 i 94 321 i 133 286 1 116 245 65 11/2! 19,6 14/2 24.3 12,4; 20,9 10,8! 14,1 5-15 72; 25 108 34 111! 30 104 24 3,7' 5/2 4.7 6,1 4,8 5,4 4/)| 5,2 15-40 557; 63 623: 75 639! 77 618 73 29,0'; 13.1 27,5 13,8 28,4 13,9 27,4; 15.8 40- 50 200; 36 212 i 30 214 32 239 28 10.4! 7,5 9.4 4,9 9,4 5,7 10,6! 6.0 50-60 180; 30 211! 40 224: 47 235 44 9'.4! 6,3 9,3 7,3 6.8 8,5 10,41 9,5 60—70 157 I 41 181! 50 186 "i 47 225 49 8,21 8,5 8,0 9.2 &2 8,5 9,9! 10,5 70-80 109! 38 143j 52 153! 47 150 51 5,7! 7,9 6,3 9,6 6,7 8,5 6,6! 11,1 üb. 80 53| 17 68; 16 72 | 27 74 29 2?8| 3,5 3.0 3.0 3!2 4,9 3,2! 6.3 Sa. 19211 480 2264 | 549 2274 555 2263 463 100,0 100,0 100,0100,0 100X> 100,0 ioo,o| ioo,0 auf je 100 gleicher Konfession im Durchschnitt der Jahre Das Verhältnis der Knabengeburten zu den Mädchengeburten ist bei Christen und Juden insofern ein gleiches, als bei beiden stets die Knabengeburten stark überwiegen; doch ist dieses Verhältnis bei den Juden etwas stabiler als bei den Christen. Tab. III und IV bringen Angaben über die Sterbefälle bei den Christen und Juden mit Unterscheidung der einzelnen Altersgruppen und Tab. V die Sterbeziffern für die Jahre 1890—1900. Sehr bemerkenswert ist zunächst die im Verhältnis zur christlichen sehr günstige Sterbeziffer bei den Juden. Sie ist in den Jahren 1890—1895 durchschnittlich um 36% geringer als die Sterbeziffer der Christen (2.56:4,00) und im darauffolgenden Jahrfünft um 45% (1,97:3,59). In den Jahren 1897—1900 sind die Sterbeziffern zwar nicht so günstig wie in denselben Jahren bei den Juden in Preußen oder Bayern (siehe Heft VI und VIII der Zeitschrift), doch sind sie schon beträchtlich günstiger als die Sterbeziffern der Christen in den genannten Ländern. Dies ist umso beachtenswerter; als die Juden in Krakau in sehr schlechten ökonomischen Verhältnissen leben, insbesondere, wie das statistische Amt festgestellt hat, sehr unhygienisch wohnen, und man daher ihre günstige Mortalität nicht wie in Preußen und Bayern als Folge einer besseren ökonomischen Lage betrachten kann. Aus Tab. IV geht eine große Kindersterblichkeit bei den Juden hervor, wodurch die SterblichkeitsVerhältnisse der Juden in Krakau zu denen der deutschen Juden mit ihrer abnorm geringen Kindersterblichkeit in schroffen Gegensatz treten. Unter den Gestorbenen sind bei den Juden verhältnismäßig um 26% mehr Kinder im ersten Lebensjahr als bei den Christen und um 44% mehr Kinder im 1.—5. Lebensjahr. Auch Sterbefälle zwischen dem 5.—15. Lebensjahr sind unter den Gestorbenen bei den Juden noch häufiger als bei den Christen. Diese große Kindersterblichkeit läßt sich, wie ein Vergleich mit Tab. II ergibt, nicht auf die verhältnismäßig größere Anzahl der Kinder bei den Juden zurückführen. Vielleicht ist als Grund hierfür neben den mißlichen ökonomischen Verhältnissen und neben den ungesunden Wohnungsverhäitnissen, die insbesondere auf die Kinder sehr schlecht einwirken müssen, das bei den Juden Osteuropas übliche Heiraten in sehr frühen Jahren anzuführen, das auf die Lebenskraft der Kinder ungünstig einwirkt. Im Gegensatz zu der hohen Sterblichkeit der jüdischen Kinder sterben die Juden viel seltener im Alter von 15—40 Jahren als die Christen (beinahe um die Hälfte seltener). Ebenso sterben sie seltener zwischen dem 40--50. und 50—60. Lebensjahre. Im Alter von 60—70