Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Beiträge zur physischen Anthropologie der nordafrikanischen Juden
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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- Tunis 3× ep/1048155
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- 3 - land und Bulgarien. Graue Augen sind ebenfalls nicht häufig unter den afrikanischen Juden — nur 15 % —, während dunkle Augen zu 78 °/o vorkommen, also bedeutend mehr als unter den europäischen jüdischen Kindern gefunden werden. Die erwachsenen Jaden in Kordafrika haben ebenfalls dunklere Augen als ihre Glaubensgenossen in Europa, wie aus Tabelle VI ersichtlich ist. Während die Juden in Nordafrika Tabelle VI. Farbe der Augen Tunis |^ier|stentoe |Marokl° Im ganzei in °/o Dunkel. . Grau..... Blau..... i 8! 1 19 I 25 11 5 4 1 1 1 — 83.12 14,28 2,60 Beobacht. Fälle Ii 9 25 : 31 i 12 77 nur zu 17 °, o heile Augen haben (14,29 °; o grau und 2,60 % blau), gibt es in Osteuropa 40 bis 50 °/o helläugige Juden, in einigen Gregenden soj gar noch mehr. j Tabelle VII giebt eine Zusammenfassung | auf Grund der Farbe der Haare und Augen j unter einzelne Typen. Tabelle VII. Typus!; Tunis Algier ■ Conj stantine im ganzen Dunkel . . . . . j 75,00! 76,92! 7S,83 76.40 Blond .... . .!' 4,82 j 3.85! 4,70 4,62 Gemischt. . . . i 20,18! 19,23 j 10,47 18,98 Der rein dunkle Typus wird hiernach zu 76%; der blonde zu weniger als 5 % und der gemischte zu nur 19 % angetroffen. Unter den; europäischen Juden ist der dunkle Typus selten I zu mehr als 60 % vertreten, während der helle j Typus 10—15 % und der gemischte zirka 35 %! erreichen. Der dunkle Typus hat sich also, wie j hieraus ersichtlich ist, unter den Juder] Norij afrikas viel reiner als unter den europäischen | Juden erhalten. Ob dies besser durch die Tat- | sacke erklärt wird, daß im allgemeinen unter den europäischen Völkern der blonde Typus, unter der nordafrikanischen Bevölkerung dagegen der \ dunkle Typus häufiger ist, und ob die Juden ihren ursprünglichen Typus durch Mischehen mit den : Eingeborenen in Europa mehr in der Richtung; zum blonden oder in Nordafrika in der Richtung zum dunklen Typus verändert haben, ist eine offene Frage. In der Tabelle VIII sind die Resultate von an 606 jüdischen Kindern vorgenommenen Kopfmessungen niedergelegt. Tabelle VIII. Unter je 100 rerj; sonen hab. einen j Kopfindex vor Ii Tunis ycrier! COn- ' ö * i stant me im ga in absolut. Zahlen n z eil in Prozent 69 0.60 _ | _ 2 0,33 70 0.60 — S — o 0,33 71 1,51 _ — 5 0,83 72 2,41 — S 1,31 * b 1.20 — 4 0.67 74 4,52 1,92 . 3,53 23 3,79 75 13.56! 2,88 4.70 56 9,24 76 10,54 1 6,73 10.00 59; 9.74 77 15,66! 10,58 9,41 79 : 13.02 78 11,14! 10.58 14,71 73 12;04 79 13,86! 15,38 14,71 S7 : 14.36 SO 9,94 1 10,58 13,53 67 ii;og 81 6.32 1 11,54 7,65 46 : 7.59 82 3.03 1 4,81 10,00 35 5,78 S3 2,71 j 8,65 4,70 26 4,20 34 0,30 I 5,77 2,94 12 : 1,98 85 0,90! 5,77 1.76 12 1.98 86 0,30 1,92 1,18 5 o;s2 87 —! 0,96 1,18 3 i 0,50 88 — 1 1,92 — 2 0,33 Der mittlere Kopfindex (Verhältnis der Breite des Kopfes zu seiner Länge) war hiernach folgender: hei 382 Juden in Tunis . . . 77,56 „ 104 , „ Algier ... 80,11 „ 170 „ „ Constantin 79,20 zusammen „ 606 , „ Nordafrika 78,45. Verglichen mit den europäischen Juden sind die Juden Nordafrikas bedeutend langköpfiger. Dies ist am besten aus Tabelle IX zu ersehen, in welcher die Ziffern in Gruppen nach dem Index (nach Denikers Schema) angeordnet sind. Die Ziffern für die europäischen Juden umfassen 2641 Individuen, die von verschiedenen Forschern beobachtet und vom Verfasser in seinem Werke „Materials for the Physical Anthropology of the Eastern European Jews, N.-Y. 1905" gesammelt wurden. Es zeigt sich, daß der Kopftypus der nordafrikanischen Juden dolichocephal (langköpfig) ist, d. h. einen Index von weniger als 80 aufweist, während der der europäischen Jaden braehycephal (breitköpfig) ist. Die Juden in Tunis