Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Die Tätigkeit der Jewish Colonization Association
- Date
- 1905-10-01
- Page
- Seite 9 (sequence 4)
- Language
- German
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- 9 — 5. Alliance Israelite Universelle, insbesondere die Aekerbauschulen derselben in Jaffa und Djedeida, die Handwerkerschule in Jerusalem und das Lehrerseminar in Auteuil. 6. Board of Guardians for Belief of the Jewish poor in London: durch die gewährte Subvention ist es dem Board of Guardians möglich gewesen, 76 Juden nach Südafrika. 24 nach Australien und 78 nach Kanada zu schicken. 7. Jewish Association for the Protektion of Girls und Women. 8. Neu zu begründendes Lehrerseminar in Frankfurt a. M. 9. Baron von Hirsch-Stiftung in Wien zum Bau von Schulen in Galizien. 10. Ackerbauschule in Dahlem bei Hannover. Außerdem hat die Gesellschaft in Galizien 7 Darlehnskassen durch Gewährung von Darlehen : unterstützt und hier sowohl wie in Rußland, Rumänien und Palästina einige allgemeine Maßnahmen zur Verbreitung von Elementar- oder I Berufsbildung unter den Juden durch Geldbei- I träge gefördert. Uber die Entmischung der Bossen.") Von Dr. Leo Darwin sagt in der „Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl", daß in der allerältesten Periode, von welcher wir überhaupt einen Bericht erhalten haben, die Rassen des Menschen nahezu oder vollständig so weit von einander verschieden geworden waren, als sie heutigen Tages sind. Speziell für die jüdische Rasse liegen mehrere Beobachtungen vor, daß die heutigen Juden eine frappante Ähnlichkeit mit den Juden des Altertums haben. Edwards weist 1829 auf die große Ähnlichkeit hin, welche die damaligen Juden und die mittelalterlichen Gestalten auf dem Gemälde Leonardo da Vincio (das Abendmahl) und die Bilder der Urahnen aus der ägyptischen Pharaonengruft haben. Dr. J. M. Judt sagt in seinem Buche: Die Juden als Rasse: „Es genügt, die Abbildung der jüdischen Kriegsgefangenen aus der Epoche Schischaks (973 vor Chr. Geb.)7 der von König Jehu an Salmanassar geschickten Gesandten (884) oder der Laschischbewohner aus der Zeit Sennacheribs zu betrachten. 3000 Jahre vermochte keine bedeutende Änderung im physiognomischen Typus hervorzurufen." Halten wir diese Beobachtungen und die Behauptung Darwins mit der Tatsache zusammen, daß alle Rassen, die jüdische Rasse *) Anm. der Redaktion: Wir bringen diese Abhandlung allgemein biologischen Inhalts, weil sie für die Frage der Mischehen von Bedeutung ist. Sofer in Wien. | allerdings in geringerem Grade, fremde Rassen- | elemente in sich aufgenommen haben, so ergibt! sich daraus der Schluß, daß im Organismus der I Rassen ein Mechanismus tätig sein muß, der die | fremden Elemente wieder ausscheidet. P. GoIdstein weist, auf Bastian fußend, | historisch in der Polit. anthropol. Revue (3. Jahrg., No. 11) nach, daß „die menschliche Mischrasse ein Phantasiegebilde ist. Es ist dadurch entstanden, daß man voreilig annahm, einzelne! Mischindividuen würden zu Stammeltern einer | Mischrasse. Das ist nicht der Fall, vielmehr | gehen sie mit ganz geringen Ausnahmen (Bastard- | nation) wieder auf die ursprünglichen Typen I zurück.u Wichtig ist auch, was Prof. v. Luschan in No. 1 dieser Zeitschrift inbezug auf die aus der Kreuzung verschiedener Rassen hervorgehenden Nachkommen gesagt hat. Ich habe in No. 6 I. Jahrgang der Pol. anthrop. Revue „über Vermischung und Entmischung der Rassenu geschrieben. Ich behauptete, daß „sich in der zweiten oder dritten Generation, die der Mischehe folgt, die Entmischung vollzieht. Es werden nämlich nicht Nachkommen mit einem, wenn auch nur angedeuteten Mischcharakter produziert, sondern die Keime entmischen sich, so daß ein Teil der Nachkommenschaft wieder Reinkulturen sozusagen der Stammrasse sind, während der andere, kleinere und schwächlichere Teil Reinkulturen