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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-07-01 · Heft 7 (Juli 1905) · p. Seite 8

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 7 (Juli 1905)
Article
Ueber die sprachlichen Verhältnisse der Juden Russlands
Date
1905-07-01
Page
Seite 8 (sequence 3)
Language
German
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- 8 — spräche trotz der nichtjüdischen Religion kundgegeben haben, heraus. So finden wir in den acht angeführten Gouvernements unter 51512 Juden G88 Personen, welche r jüdisch" als Muttersprache angegeben haben, aber der Religion nach nicht Juden sind. Es entspricht dies bereits einem Prozentverhältnis von 1,33 °/0 aller jüdisch Sprechenden, während das betreffende Durchschnittsverhältnis im Ansiedlungsrayon nur 0,ll°/0 beträgt oder zwölfmal weniger. Die Häufigkeit der Taufen ist, wie schon früher angedeutet, meistenteils durch die Art der Handhabung der Aufenthaltsgesetze bedingt: in denjenigen Orten, welche wegen ihrer bedeutenden Industrie oder ihres bedeutenden Handels viele Juden anziehen, und in welchen die Gesetze gegenüber den Juden sehr streng gehandhabt werden, wie z. B. im Dongebiet, treffen wir die häufigsten Fälle von Ue bergan g zu einer nichtjüdischen Religion. Ais Endresultat des Studiums der sprachlichen Verhältnisse lassen sich folgende Sätze aufstellen. 1. Unter der jüdischen Bevölkerung Rußlands, die fast die Hälfte der Juden der gesamten Welt ausmacht, besitzt die „jüdische" Sprache oder schlechtweg der .jüdisch-deutsche Jargon" eine überwältigend dominierende Bedeutung; dieselbe dient als Muttersprache und Umgangssprache für 970 unter je 1000 Juden | Rußlands; nur 24 von Tausend weisen eine | andere, nicht jüdische Muttersprache auf. 2. Wenn wir auf Grund der hier mitgeteilten offiziellen Ziffern einer staatlichen Volkszählung über den Grad der stattgehabten Assimilation der jüdischen Bevölkerung Rußlands einen Schluß ziehen wollen, so müssen wir feststellen, daß die große jüdische Masse in Rußland von einer solchen fast gänzlich unberührt geblieben ist und daß dieselbe als einheitlicher nationaler Organismus aufgefaßt werden muß. Die sprachliche Assimilation hat im großen und ganzen nur einen ganz geringen Bruchteil der Juden Rußlands berührt (nämlich 2,36 %}. 8. Unter den bei den Juden Rußlands einigermaßen verbreiteten nichtjüdischen Sprachen nimmt die erste Stelle die Staatssprache, die russisch e, ein (G5 210 Juden sprechen sie); die zweite Stelle gehört der polnischen (97 954), in einer ganz weiten Entfernung hinter diesen zwei Hauptj sprachen folgten die deutsche und tatarische, alle | übrigen wie die litauische haben nur eine ganz I untergeordnete Bedeutung. Hierbei ist noch zu | bemerken, daß die polnische Sprache eine nennens- I werte Verbreitung nur innerhalb der Grenzen j des engen Polens gefunden hat. 4. Die „jüdische" Sprache, früher verächtlich als „jüdisch-deutscher Jargon" bekannt, muß alsVol k ssprache der Juden Rußlands angesehen werden. Die jüdischen Handwerker in Rumänien. Von Dr. Arthur In den Jahren 1901 und 1902 hat die rumänische Regierung eine Enquete über die Lage der rumänischen Groß- und Kleinindustrie veranstaltet, deren Ergebnisse jetzt in 2 Bänden unter dem Titel A n c h e t a I n d u s t r i a 1 a d i n 1901—1902 (Bukarest 1904) veröffentlicht werden. Die gesamte Industrie Rumäniens ist in der Arbeit in 4 Kategorien geteilt, in die Großindustrie, die Klein- und Mittelindustrie, (Handwerk), die sogenannte „SpezialIndustrie", zu der kleinere Mühlen, Sägewerke n. s. w. gehören, and in die Extraktivindustrie. Bei der Großindustrie, der Spezialindustrie und der Extraktivindustrie ist die Konfession der Berufstätigen nicht angegeben, dieselben sind vielmehr nur Ruppin, Berlin. danach unterschieden, ob sie der Staatsangehörigkeit nach Rumänen oder Angehörige eines fremden Staates oder weder Rumänen noch fremde Staatsangehörige sind. Da zu der letzteren Klasse in folge der bekannten Haltung der rumänischen Regierung, welche der Mehrzahl der Juden die rumänische Staatsangehörigkeit nicht zugestehen will, die Juden das Hauptkontingent liefern, läßt sich der Anteil der Juden an der Großindustrie und der Spezial- und Extraktivindustrie mit annähernder Genauigkeit feststellen, indem man für die Fremden ohne fremde Staatsangehörigkeit" das Wort Juden einsetzt. Man kann annehmen, daß die Zahl der Juden, welche die rumänische oder eine fremde Staatsangehörigkit besitzene.

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