Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1905)
- Article
- Die ökonomische Lage der jüdischen Kolonieen in Palästina
- Date
- 1905-07-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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— 6 - Stellung zu erhalten, wie hoch einen jeden I Kolonisten seine geistigen Bedürfnisse und Hilfe in Krankheitsfällen zu stehen kommen, müssen wir noch die Summen hinzurechnen, welche von verschiedenen öffentlichen Instituten zum selben Zwecke verausgabt werden. Im Jahre 1902 beliefen sich die obengenannten Ausgaben wie folgt;*) Medizinische Hilfe:**) Der Arzt........ 15 100 Fr. Apotheker oder Feldscher . . 12 560 Hebamme........ 5 440 ,; Arzneien........ 17 820 „ Bäder......... G 800 Geistige Bedürfnisse: Schule......... 40 080 „' Bibliothek........ 800 Rabbiner........ 2 160 „ Synagoge........ 1 600 Schlächter........ 10 250 „ Schutz der Kolonieen (Wächter) 23 380 „ Verwaltung der Kolonieen: Muchtaria........ 4 080 „ Koloniale Komitees..... 5 370 „ Diverse......... 1 500 „ Die Frage, was uns die Kolonieen Palästinas gelehrt haben, welche Schlüsse aus der 20-jährigen Kolonisation zu ziehen sind, beantwortet Ettinger im Schlußwort. Da heißt es: „Es hat sich feststellen lassen die mini- *) Hier ist die Kolonie Sichron - Jacob nicht in Betracht gezogen. **) In dieser Rubrik ist die Kolonie Mischmar, wo für medisiiuische Kiiie insgesamt 1520 Kr. ausgegeben wurden., nicht enthalten. male Grösse der Anteile für verschiedene Gebiete der Landwirtschaft. Es ergab sich ferner, daß es in Palästina unmöglich ist, ganz kleine Ansiedlungen zu gründen; daß es eine Sache der Unmöglichkeit ist, eine umfangreiche Kolonisation aut philanthropischen Grundlagen ins Leben zu rufen. Die gemischte Form des Ackerbaus als die erfolgreichste Form und die Notwendigkeit der unmittelbaren Beteiligung der Kolonisten nicht nur an der Produktion der Erzeugnisse, sondern auch an der Verarbeitung und Organisation des Absatzes ist klar zutage getreten. Die Ulierfahrenheit der kolonisierenden Elemente in den ökonomischen und natürlichen Bedingungen des Landes und die Notwendigkeit der Organisation des Kreditwesens und der Entwicklung der Kooperation bei der Verarbeitung und dem Absätze der Produkte ist offenbar geworden." „Doch wie dem auch sei"» schließt der Autor, „die bis zum gegebenen Moment gegründeten Kolonieen bilden ungeachtet der großen Mängel eine Eroberung von großer Bedeutung für die fernere Kolonisation Palästinas. Sie sind das Zentrum, um welches sich mit größerer Leichtigkeit, mit kleineren Opfern und einem gewissen Vorrat von Erfahrung die weiteren Kolonieen gruppieren können. Jede Kolonisation vollzieht sich durch die Gründung eines kleinen Kerns, welchem neue zahlreichere Kolonieen sich allmählich anschließen." lieben die sprachlichen Verhältnisse der Juden Hiisslands. Von B. Goldberg, Wilna. (Schluß.) In der vorigen Nummer der Zeitschrift haben I in den meisten Gouvernements Juden nur in ganz wir die sprachlichen Verhältnisse der im Anj geringer Anzahl, sodass die mühevolle Bearbeitung siedlungsrayon wohnenden Juden behandelt. Be-! der Materialien durch die erzielten Resultate kaum züglich der außerhalb des Ansiedlungsrayons j lohnend erscheint. ansässigen Juden können wir inbezug auf die! Es sollen deshalb nur acht Gouvernements Darstellung leider nicht die gleiche Vollständigkeit; (von 64) aus den verschiedensten Teilen des walten lassen: erstens ist die Publikation der •; Reiches herausgegriffen und näher betrachtet Ergebnisse der Volkszählung von 1897 noch i werden, nämlich die Gouvernements Petersburg lange nicht zu Ende geführt und zweitens wohnen . und Moskau (die die Residenzstädte Rußlands