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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-06-01 · Heft 6 (Juni 1905) · p. Seite 9

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 6 (Juni 1905)
Article
Das Wachstum der jüdischen Bevölkerung in Preußen
Date
1905-06-01
Page
Seite 9 (sequence 5)
Language
German
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- 9 — vorgenommenen Feststellung der Konfession der Kinder aus Mischehen — nur ein Viertel dem Judentum verbleibt. Als Endresultat ergiebt sich aus Tabelle V, daß die Juden in Preußen am 1./12. 1890 um 8226 Personen weniger, „ 2./12. 1895 „ 3193 „ 1./12. 1900 „ 3991 „ mehr zählten, als es bei Zugrundelegung der um fünf Jahre früheren Volkszählung unter Hinzurechnung des Geburtenüberschusses (und nach Abzug des Verlustes von Täuflingen und Mischehekindern) zu erwarten gewesen wäre. Für diese Differenz bleibt als Erklärung nur die Ein- und Auswanderung übrig, und es würde sich also ergeben, daß die Auswanderung in der Zeit vom 1./12. 1885 bis 30./11. 1890 um 8226 Personen, in der Zeit vom 2./12. 1890 bis 1./12. 1895 um 3193 Personen größer war als die Einwanderung, und daß erst im letzten Jahrfünft vom 2./12. 1895 bis 30./II. 1900 die Einwanderung von Juden die Auswanderung um 3991 Seelen übertraf. Für den ganzen 15jährigen Zeitraum vom 1./12. 1885 bis 30./H. 1900 ergiebt sich ein Verlust durch Wanderung von 7428 Juden — ein gegenüber den mannigfachen Angaben über starke Einwanderung von Juden nach Preußen gewiß überraschendes, aber zahlenmäßig absolut gesichertes Resultat. Zum Schlüsse sollen hier noch einige Angaben über das Geschlechtsverhältnis, die Vitalität und Legitimität der jüdischen Geborenen Platz finden, lieber das Geschlechts Verhältnis während der 10 Jahre 1893 bis 1902 unterrichtet Tabelle VI Tabelle VI. Es wurden Kinder (lebend und tot) geboren in den Jahren 1893/1902: Knaben Mädchen auf 100 Mädchen entfielen Knaben aus jüdischen Ehen .... aus Ehen zwischen jüd. Mann und christl. Frau aus Ehen zwischen christl. Mann und jüd. Frau . . unehelich von jüd. Mutter sonstige (ehel. u. unehel.) 39217 1634 1669 1443 6363297 36916 1468 1562 1 253 6006133 106,24 111,31 106,85 115.16 105^94 und zeigt die interessante Tatsache, daß bei den unehel. jüd. Kindern und den Kindern aus Mischehen die Knabengeburten häufiger sind als bei den Geborenen aus rein jüd. Ehen. In letzteren wiederum sind die Knabengeburten noch ein wenig höher als bei der christlichen Bevölkerung (106,24 gegenüber 105,94). Hinsichtlich Legitimität und Vitalität der Geborenen sind die absoluten Zahlen bereits in Tabelle I gegeben. Es bleibt noch anzuführen, daß der Prozentsatz der unehelich Geborenen unter allen (lebend und tot) Geborenen betrug jbei den Christenj bei den Juden im Jahrfünft 1886/1890 8.07! 2.66 r » 1891/1895 7.79! 2,84 w 18961900 7.70! 3,34 r Jahre 1901 . . . 7,22 | 3.40 » 1902 7,13! 3,90 » „ 1903 . 7,06 | 3,46 Die unehelichen Geburten haben also bei den Juden relativ zugenommen: im Jahrfünft 1885/1890 waren sie bei ihnen nur x/3 so häufig, in den Jahren 1901/03 bereits halb so häufig wie bei den Christen. Die relative Zunahme der unehelichen Geburten ist allerdings nicht in dem Anwachsen der absoluten Zahl der unehelichen jüdischen Geborenen (diese ist vielmehr ungefähr gleich geblieben), sondern in dem Rück gange der Zahl der ehelichen jüdischen Geborenen be- I gründet — zugleich ein Beweis für unsere obige Behauptung, daß der Geburtenrückgang bei den Juden nicht physiologischen Gründen, sondern bewußter Beschränkung der Kinderzahl in der Ehe entspringt. — Mehr als 1/B (fast 2/5) aller unehel. jüd. Geburten entfällt auf Berlin. Der Prozentsatz der Totgeborenen unter allen Geborenen betrug: bei den Geborenen Zeitraum j ans jüd. Ehen aus Mischehen zwischen aus ■.hristi. Ehen unehelich von jüd. Mann u. christl. Frau christl. Mann u. jüd. Frau christlicher Mutter jüdischer Mutter 1886/1890! 3,33 2.84 3,85 3,62 4,92 5,21 1891/1895! 2.99 3,33 2,47 3,21 4,51 4,60 1896/1900! 2.72 2,94 3,48 3,12 4.56 4,14 1901! 3.07 4,56 2,88 3,03 4,33 5,61 1902 i 2,93 2,37 2,56 3,00 4,48 5,16 1903 i 2,83 2,29 3,93 2,99 4,51 2,72

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