Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Das jüdische Rassenproblem
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 2)
- Language
- German
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— 5 - Was das jüdische Rassenproblein besonders interessant macht, ist das eigentümliche Resultat aller anthropologischen Untersuchungen, aus denen folgt, daß die Juden, obgleich zu den Semiten gezählt, dennoch mit diesen nichts Gemeinsames haben. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Form des Kopfes, die bei den Semiten lang, dölichocephal, und bei den Juden kurz, brachycephal ist. Meine Untersuchungen führten mich zu folgendem Schluß, der durch die nachfolgenden Arbeiten andrer Autoren nur bestätigt worden ist: „Obgleich die Juden ein Conglomerat von mehreren Typen darstellen, so sehen wir doch einen hervortreten, der die übrigen beherrscht und der die ganze osteuropäische Judenschaft als eine im Gesamten antropologisch mehr oder weniger einheitliche Masse erscheinen läßt. Dieser Typus läßt sich nun folgendermaßen beschreiben: Die südrussischen Juden (sowie die osteuropäischen überhaupt] sind, nach dem unter ihnen vorherrschenden Typus beurteilt, von mittlerer Größe und brünettem Farbentypus: ihre Kopfform ist eine chamäbrachycephale; das Gesicht ist von ovaler, nach unten zu sich etwas verjüngender Form, chamäprosop. Sie haben eine gerade flache Stirn, relativ häufig vorstehende Wangenbeine und gerade Kiefer. Die Richtung des Auges ist eine wagerechte: die Nase ist leptorrhin, oben schmaler als unten, im Ganzen etwas groß und ziemlich prominent; ihre Form ist eine überwiegend gerade. Die Lippen sind regelmäßig; der Mund verhältnismäßig breit, die Ohren mittelgroß." Dieser Typus ist in seinen Hauptmerkmalen, den Kopf- und Gesichtsformen nach, von demjenigen der wahren Semiten, der Araber, grundverschieden. Um dies deutlich vor die Augen zu führen, erlaube ich mir die Schilderung des Arabertypus von Topinard hier zu wiederholen: „Le type arabe est Fun des plus beaux du monde, disait Larrey. Son cräne, vu d'en tout, decrit un oval parfaitement regulier. Son teint se maintient parfaitement blane, lorsqu?il n'a pas subi l'action de Fair, mais se bronze facilement, ses cheveux et sa barbe sont lisses et d'un noir de jais, les limites de leur implantation sont nettement arrettees: ses yeux sont noirs: ses ouvertures palpebrales allongees en amande et, bordees de longs cils noirs; son front est peu eleve; la courbe de son nez et son menton fuyant donnent toutefois ä son profil une forme plutöt arrondie que droite. Ses arcades sourcilieres sont peu developpees. ainsi que sa glabelle: la racine du nez est peu echaneree, en sorte que le front et le dos du nez se suivent presque en ligne droite. Son nez est aquiim et la pointe se detache des ailes et descend en dessous en se recourbant comme le bec de l'aigle. Les pommettes ne font pas saillie, la bouche est petite. les dents sont blanches et verticales, les oreilles bien faites, plutöt petites et rapprochees de la tete. La taille est un peu au-dessous de la moyenne en Arabie et un peu au-dessus en Algerie. II est sec, nerveux, a le cou degage, les attaches nnes. II est sous-dolichocephale (76,8 sur le vivant, 74,0 sur le cräne) leptorhinien modere (45,5) et mesösenie des orbites (88,6)." Diese Grundverschiedenheit der beiden Typen, sowie die völlige Umwandlung und weite Entfernung des jüdischen Typus vom semitischen fiel schon den ersten Arbeitern auf diesem Gebiete auf. Man suchte sich diese Tatsache so zu erklären, daß innerhalb der Juden eigentlich zwei Typen nebeneinander hergehen: der eine ursprüngliche, echte, semitische Typus wird durch die numerisch viel geringere Gruppe der südeuropäischen und afrikanischen Juden, der Sephardim. vertreten, während der zweite, unechte, stark vermischte durch die ganze osteuropäische Judenheit repräsentiert wird (Vogt, Weisbach, Blechman, Stieda, ITovelacque, Andree). Die Messungen von Jacobs an einigen Saphardim in England förderten aber die unerwartete Thatsache zu Tage, daß auch diese kurzköpfig sind. Von der Uliveränderlichkeit des jüdischen Typus von den ältesten Zeiten an bis auf die Gegenwart überzeugt und ganz im Banne dieser jüdischen Kurzköpflgkeit begriffen, suchten andererseits einige Autoren (Alsberg, von L u s c h a n; Jacques) diese auf starke Beimischung fremden Blutes in prähistorischer Zeit