Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Eheschließungen zwischen Juden und Christen in Ungarn
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
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- Lübeck 1× ep/1048008
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— S — Augsb. Bek. 1.425 Fälle, trotzdem sie nur 1 lU mal so zahlreich als die Juden sind, die Evangelisch helv. Bekenntnisses 1720, trotzdem sie dreimal so stark wie die Juden sind. Obwohl die Evangelischen Augsb. Bekenntnisses die intelligentesten und wohlhabendsten Schichten des Bauern- und Bürgerstandes in ihrer Mitte zählen, die Beformierten aber seit jeher das herrschende magyarische Element, das angesehenste im Lande sind, ist bei ersteren der Verlust verhältnismäßig dreimal, bei letzteren zweieinhalb so groß wie beim Judentum, dessen Angehörige ja noch immer in öffentlichen und privaten Berufen Zurücksetzungen erleiden, ja gerade in den letzten Jahren den empfindlichsten wirtschaftlichen Schädigungen ausgesetzt sind. Schließlich muß die unermüdliche Propaganda, die der Katholicismus entfaltet, zur Erklärung der Verluste herangezogen werden, die dem Judentum aus den Mischehen erwachsen. Statistisches Archiv. < * " Eheschliessungen im Jahre Deutschland. i<m. Das 1. Vierteljahrs- ------r=^---------r-=_ ]ief|j zur Statistik des Deutschen Reiches. 14. Jahrg. 1905 (Berlin 1905) bringt die Zahlen der Eheschließungen in Deutschland im Jahre 1903, die, soweit sie die Juden betreffen, in der Tabelle zusammengestellt sind. (Siehe nebenstehende Tabelle.) Rechnet man die Mischehen zwischen Christen und Juden je zur Hälfte den Christen und Juden zu, so kamen im Jahre 1903 unter 10000 Christen 82,29, unter 10000 Juden 70,9S Eheschließungen vor. Die geringere Zahl der Eheschließungen bei den Juden ist um so auffälliger, als sich unter der jüdischen Bevölkerung verhältnismäßig mehr Personen im heiratsfähigen Alter befinden als unter den Christen und deshalb eigentlich zu erwarten gewesen wäre, daß die Eheschließungsziffer der Juden die der Christen übertreffe. Das umgekehrte Verhältnis muß teils dadurch erklärt werden, daß eine größere Zahl von Juden unvermählt bleibt, teils dadurch, daß bei den Jaden das Eingehen einer zweiten und dritten Ehe nach der Auflösung der ersten seltener ist. Die absolute Zahl der jüdischen Eheschließungen hat seit dem Jahre 1901, seit welchem zum ersten Male Ziffern für ganz Deutschland vorliegen, nur geringe Schwankungen (3878 — 3925 — 3831) erfahren. Die Zahl der Mischehen zwischen Christen und Juden, die im Jahre 1901 G58 betrug und im Jahre 1902 auf 026 gesunken war, ist im Jahre 1903 wieder auf 068 gestiegen. Unter diesen 668 Eheschließungen waren 363 solche zwischen jüdischem .Mann und christlicher Frau, 305 zwischen christlichem Mann und jüdischer Frau. Das größte Kontingent zu den Mischehen stellt Berlin und die Provinz Brandenburg (mit den Berliner Vororten). Nicht weniger als 277 Mischehon - 44.25 % aller Mischehen (und zwar 181 zwischen jüdischem Mann und christlicher Frau, 96 zwischen christlichem Mann und jüdischer Frau) sind in Berlin und der Provinz Brandenburg geschlossen worden, in Berlin haben unter je 100 heiratenden jüdischen Männern 19,08, unter je 100 heiratenden jüdischen Frauen 10,75 einen christlichen Ehegatten geehelieht. Für ganz Deutschland betrug dieser Prozentsatz dagegen nur 8,06 bei den jüdischen Männern und 7,37 bei den jüdischen Frauen. ......" —--------------~'~ Mann jüöis ch, Frau jüdisch. Frau Mann Ehes8 £ © 23 s CO © c3 schließungen ~ j2 Tj "© A ■*-=> CA .ix © § J fanden statt •Ö _ 22 o in © 1 r/1 -ö © 'jO Ä »■3 © :~ in ~ 2£ "© cl. . •6 "© bß *o" "© r~ § 5 C 1 M C cö 1 ■72 Ö CO £ 55 © £ o co o 03 © Ja5 O CG o CO © Ostpreußen . . . 80 3 _ _ _ 4 1 _ _ 14 059 Westpreußen. . 90 3 3 — — 5 — - — 11 640 Stadt Berlin . . 508 115 18 8 - 56 10 6 — 2 J 138 Brandenburg. . 166 35 3 2 19 2 2 1 26 104 Pommern .... 61 5 — 3 2 — — 12 400 Posen ..... 265 1 — - - 4 1 — - 14 071 Schlesien .... 343 7 2 — - 12 5 1 1 35 901 Sachsen ..... 50 6 — — — 7 1 — — 23 9S4 Schlesw.-Holst. 7 - — — i — - 12 029 Hannover .... 99 6 2 — — 8 4 — — 21113 Westfalen . . . 131 1 2 — — 2 4 — — 27 512 Hessen-Nassau. 311 10 4 1 1 IG 8 — — 17 095 Rheinland .... 315 9 14 — - 20 13 — — 48 852 Hohenzoliern. . 6 486 Kgr. Preuasen . 2530 208 48 11 1 163 51 9 9 285 384 Bayern...... 413 6 4 3 7 9 1 1 47 479 Kgr. Sachsen . 36 17 2 — — 4 — __ — 36 152 Württemberg . 76 1 — — — 1 1 — — 17 338 Baden . . . 7. . 188 4 2 — — 6 2 — — 15 546 Hessen...... 162 6 2 — - 4 3 — — 9 720 Mecklenbg* -Schw. 10 2 — — — — — — — 4 869 Sachs.-Weimar 6 3 — — — — — — — 2 931 Mecldenbg-Strclitz 1 1 — — — — — 1 — 801 Oldenburg.... 7 1 — — — — — - 3 373 Braunschweig . 3 1 — — — 1 — — — 3 773 Sachs.-Meining. 10 — — — 1 — — — 2 086 Sachsen-Koburg Gotha..... 2 — __ — — — — — 1 1916 Anhalt...... 9 3 — — — — — — — 2 483 Lübeck ...... 6 1 — - - — — — 759 5 2 — — — 1 — — — 2 325 Hamburg. .... 110 17 1 — 1 23 1 2 — 6 892 Eisaß-Lothring. 237 5 8 — — 6 3 — - 12 514 übrige deutsche Staaten .... 15 1 1 — — 1 — — — 6 809 Deutsches Reich 3831 279 08 11 5 218 70 13 4 463150 dagegen im Jahre1902 3925 244 75 8 4 217 63 11 4 457 208 im Jahre 1901 3878 258 67 13 4 222 76 16 9 468 329