Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- Das Hirngewicht der Juden
- Date
- 1905-03-01
- Page
- Seite 10 (sequence 6)
- Language
- German
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— 10 — zur Körperlänge in Betrachtung zieht, wobei deutlich wird, daß während die jüdischen Elemente in Rußland durchschnittlich 35% Kopfumfang haben, ihre slawischen Landsleute nur 33,4°/0 Kopfumfang aufweisen. Die Differenz der Zahlen ist, wie man leicht erkennt, nur scheinbar so gering als man auf den ersten Blick vielleicht meinen möchte. Scheinbar zu Ungunsten der Juden fällt der Versuch aus, die Summe ihrer sämtlichen drei Hauptkopf umfange mit der einer Nachbarrasse, nämlich der eigentlichen Polen des Weichselgebietes zu vergleichen. Kg =1610 j Kg 1640 Polnische Juden | Polnische Slawen Hu 553 560 Su 346 343 Qu 350 352 1249 | 1255 Sie beträgt, wie vorstehende Zusammenstellung bezeugt, bei diesen 1255 mm, bei jenen nur 1249, also immerhin etwas, wenn auch kaum merklich weniger als bei den Slawen (die anderen Stämme konnten nicht verglichen werden, weil für sie die in Frage kommenden Messungen des queren und sagittalen Umfanges nicht durchgeführt sind). Man darf aber nicht vergessen, welche Rolle hier die Unterschiede der Körpergröße spielen. Die polnischen Slaven sind im Durchschnitt um ganze 30 mm größer, als ihre jüdischen Landsleute. Bringt man beide auf gleiche Staturverhältnisse, dann entfallen beispielsweise auf 1000 Millimeter Körpergröße bei den Polen 765,2 mm Kopf umfange, bei den Juden 775,7, wie aus obigen Zahlen unschwer hervorgeht. Es ist ja schon bei mehreren Bassen bemerkt worden, daß kleine Individuen im Verhältnis zu ihrem Wuchs mehr Kopf haben als große. So viel ich bis jetzt sehe, scheinen also die vorhandenen Massen er heb im gen die Annahme einer quantitativen Unteren twickhmg des Kopfes bei dem jüdischen Volksstamm nicht zu unterstützen; die Verhältnisse in Rußland sprechen eher gegen eine solche Auffassung. Das Zeugnis der direkten Schädelausmessungen, das schon wegen des geringen Beobachtungsmaterials, worauf I es sich stützt, kein besonderes Vertrauen erwecken I möchte, wird hier durch die Sprache umfassender \ Erhebungen an lebendem Material vollkommen; übertönt. So ist es wohl auch mit den Ergeb- I nissen der Hirn wägungen, die in Zukunft sicher eine gewisse Korrektur erfahren werden. Wären sie richtig, dann bliebe ja, da eine Minderentwicklung der Kopf große bei den Juden nicht nachgewiesen werdeu konnte, nichts anderes | übrig als anzunehmen, daß die jüdischen Gehirne : bei gleicher Größe leichter seien, als in anderen Rassen, also an spezifischem Gewicht ihrer Masse zurückblieben. Soweit die bisherigen Kenntnisse reichen, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, daß die spezifischen Hirn gewichte in Abhängigkeit von Rasse und Individualität, vielleicht auch von Geschlecht und bestimmten Krankheitszuständen *) merkliche Unterschiede nnd Schwankungen darbieten. Aber sichere Nachweise sind, was die Rasse betrifft, dafür nicht beigebracht worden und die vorhandenen Ermittelungen erscheinen noch gar zu unbestimmt, um in Fragen der vergleichenden Rassenkunde eine praktische Verwertung finden zu können. Gegenüber den Untersuchungen über die Massen entfaltung des Gehirns wäre zum Schluß zu betonen, daß nach Galen nicht das Wieviel, sondern das Wie einer Sache über ihren Wert entscheidet. Eine Turmuhr geht, ein oft gebrauchtes Gleichnis, nicht notwendig besser als ein Taschenchronometer. Zu einer Erforschung der morphologischen Rasseneigentümlichkeiten jüdischer Hirne sind die ersten Schritte schon getan. Ihr Erfolg schien in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert und deutete jedenfalls auf die Notwendigkeit einer weitern Umschau auf dem schwierigen Gebiet. Der Raum verbietet es jedoch, auf diese Verhältnisse, die bereits an einem anderen Orte behandelt wurden,2] hier näher einzugehen. Dorpat, Dezember 1904. x) L. Bolk, Beziehungen zwischen Hirnvolum und Schädelkapazität nebst Bemerkungen über das Hirngewicht der Holländer. Petrus Camper, DL II. An. 4. 1904. Sep.-Abdr. 2) R. Weinberg. Das Gehirn der Juden. Russ. Zeitschrift für Anthropologie 1902 üeber einige ungewöhnliche Befunde an Judenhirnen. Biologisches Centralbl. Bd. XXIil, 1903.