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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Der allgemeine jüdische Arbeiterbund (Bund) in Russland, Polen und Littauen
Date
1905-02-01
Page
Seite 11 (sequence 8)
Language
German
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— Ii — „Btmctisteir' ohnehin den größten Teil der russischen Partei bildeten und in ihrer Arbeit schon früher auf die eigenen Kräfte angewiesen waren. Insoweit die „Bundisten" die in den Massen ruhenden nationalen Aspirationen für ihre Be wegun g ausnützen und auf dem speziellen Gebiete des Nationaljudentunis mit den Zionisten konkurrieren wollen, haben sie allerdings dem geschlossenen historischen, kulturellen und territorialen System des Zionismus nichts Gleichwertiges entgegensetzen können, und der Kampf zwischen beiden auf diesem Gebiete dauert noch fort. Die letzten Jahre haben keine wesentlichen Veränderungen im nationalen Programm gebracht. Noch eine allerletzte Kundgebung des „Bundes" bringt die Wiederholung der Forderung kultureller und sprachlicher Autonomie, an die, wie die „Bundisten" erklären, angesichts der nahe bevorstehenden Revolution in Russland nicht vergessen werden dürfe. Theoretisch stützen sich die „Bundisten" zum Beweise der Möglichkeit einer solchen Autonomie auf eine vermeintlich analoge Forderung der südslavischen Sozialdemokraten auf dem österreichischen Parteitag im J. 1897 zu Brünn, die damals allerdings nicht angenommen wurde. Zur Charakterisierung der Unklarheit dieses Teiles des bundistischen Programines muss noch gesagt werden, dass in mündlichen Diskussionen die Wortführer sich voneinander in krassester Weise unterscheiden und dass man vom anationalen Standpunkt bis zum radikalnationalen alle Schattierungen vertreten findet, ohne daß in der Praxis diesen Abweichungen besonderer Wert beigelegt wird. Schluss. Nachdem in der obigen Schilderung die Tätigkeit des Bundes in allen Teilen dargelegt wurde, kann man zusammenfassend sagen, daß seine größte Stärke und Bedeutung in der Tatsache liegt, daß es ihm gelungen ist, eine Schicht des jüdischen Arbeiterproletariats durch sozialistische und freiheitliche Ideen auf eine hohe sittliche Stufe zu bringen und deren Hingabe und Opferfreudigkeit in einer auch für die europäischen Genossen mustergültigen Weise zu steigern. Ob es ihm bei den inneren Widersprüchen und Schwierigkeiten in ökonomischer, politischer und nationaler Hinsicht gelingen wird sich zu behaupten und zu entwickeln, lässt sich gewiss nicht ohne Weiteres bejahen. In dieser Beziehung kann als symptomatisch erwähnt werden, dass schon jetzt die russische sozialdemokratische Partei einen Teil der jüdischen Arbeiter vom „Bund"; weg an sich gezogen hat und unter ihnen im j Gegensatz zu den „bundistischen" ihre Gruppen j bildet. Statistisches Archiv. ~ 7 Altersgliederung bei Hamburg. .j Christen und Juden in —— - Hamburg, Nach der Volkszählung von 1900 waren von den 1794.9 jüdischen und 750 400 christlichen Einwohnern im hamburgisehen Staate unter 14 Jahre alt: in absoluten Zahlen in °/0 aller Einwohner gleicher Konfession männl. j Treibl. zusam. männl.! weibl. zusam. Juden 2001 1997 3998 22,78 j 21,79 22,27 Christen 110770 110242 221012 30,18; 28,76 29,45 Es ergibt sich hieraus die auch schon für andere deutsche Gebietsteile festgestellte Erscheinung, daß der Prozentsatz der Kinder unter der jüdischen Bevölkerung (im obigen Falle 22,27) erheblich geringer ist als unter der christlichen Bevölkerung (29,45). (Statistik des harn bürg. Staates. Heft XXI. Hamburg 1903.) Niederlande Kriminalität der Juden in den Niederlanden. Nach den - : --:......----•-= —' soeben erschienenen Jaarcijfers voor het Koningrijk der Neder- Ian den 1903 (herausgegeben vom Centraal Bureau voor de Statistik. s'Gravenhage 1904) sind wegen Verbrechen und Vergehen verurteilt: darunter rückfällige Christen Juden Christen Juden 1S9S 15 455 209 5 673 56 1899 15 226 165 5 986 46 1900 14 301 187 5 773 66 1901 14 552 178 5 549 47 1902 14917 209 G256 63 74 451 948 29 237 278 Es entfallen hiernach (nach der Volkszählung von 1899) auf je 10 000 christliche Einwohner 29,78 Verurteilte, darunter 11,69 Rückfällige, auf je 10 000 jüdische Einwohner 18,27 Verurteilte, darunter 5.30 Rückfällige.

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