Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Die jüdische Auserwählungsidee und ihre biologische Bedeutung
Date
1905-02-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-3187624-3187627-3187990--0051-3188016
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ÄM ls Erscheint monatlich. —- Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6,— M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin-Halensee, Westfälische Strasse 46. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, BerÜn-Halensee, Westfälische Strasse 46. Für die Umschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen. Insertionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite 30 Mark, pro halbe Seite 15 Mark, für 2 Nummern 50 und 25 Mark. 1. Jahrgang. Februar 1905. Heft No. 2. INHALT: I. Abhandlungen. Curt Michaelis, München: Die jüdische AnserwKnlungsidee tmd ihre biologische Bedeutung. — Esther Schneerson. Berlin: Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund (Bund) in Rußland, Polen und Littauen. Ii. Statistisches Archiv. Altersgliederung bei Christen und Juden in Hamburg. — Kriminalität der Juden in den Niederlanden. — Städte in Deutschland mit mehr als 1000 jüdischen Einwohnern. — Ergebnisse der Volkszählung von 1900 in Serbien. — Die Juden in der Oase Mzab. — Die Umgangssprache der Juden in Oesterreich. — Volkszählung 1901 in Neusüdvrales. — Die Judenkolonien in Indien. — Mitteilungen: Generalversammlung des Verbandes für Statistik der Juden. (Nachdruck der von den Verfassern gezeichneten Artikel ist nur mit besonderer Genehmigung, der übrigen Artikel nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.) Die jüdische tarwählungsidee und ihre biologische Bedeutung. Von Curt Michaelis, München. Die Gegensätze berühren sich. Wer in der "Weltgeschichte das Marionettenspiel am Drahte der Prädestination gezogener Puppen sieht und die Ereignisse, das Werden und Vergehen, Blühen und Welken der Völker, wie der einzelnen Individuen auf moralische Anwandlungen transmundaner Elemente basiert, greift mit Vorliebe zu jenem ethnologischen Beispiel, in dem die Gegensätze am grellsten aufeinandertreffen: der Geschichte der Juden. Die Juden hielten sich selbst für das auserwählte Volk, für ein einzigartiges und darum einziges Volk. Aber Hochmut kommt vor dem Fall. Und als nun wirklich der Umschlag eintrat, wiesen die anderen Völker mit Fingern auf den verblendeten „gezeichneten" Stamm und beantworteten seinen Hochmut mit allem, was letzteren nur irgend zu dämpfen geeignet war: mit Ausstoßung und Verfehmung in politisch-sozialer Hinsicht und allgemeiner Verachtung. Das Judentum, das in Wahrheit der Lucifer; der Lichtbringer für das religiöse Leben der Menschheit gewesen ist, wurde zum Lucifer der Sage, wie ihn Milton besungen hat: dem aus der Höhe ob seines Hochmutes Geworfenen und darum Verworfenen. Die Neuzeit räumt mit diesem, wie mit anderen Ammenmärchen der moralischen Geschichtsschreibung auf. Wir leben im Zeitalter der Naturwissenschaften. Und für den Naturforscher verliert selbst das Wort „Volk" jenen mystisch dunklen Sinn, mit dem man es früher erfüllte; er gibt ihm durch Heranziehung der vergleichenden Biologie einen neuen, festeren Inhalt. Die Völker erscheinen als Individuen fünfter Ordnung (im Sinne Vervorn's neben Zellen, Geweben, Organen und Personen) in psychischer; als Arten oder Passen oder wie man es sonst nennen will der Gattung Anthropus in somatischer Beziehung. Und die Weltgeschichte wird nun zu einer Entwicklungsgeschichte der Menschheit oder wird es wenigstens werden, einer Entwickelungsgeschichte, die sich auf den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.