Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 1 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Zur physischen Anthropologie der Juden
- Date
- 1905-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Zntti fr1 Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6,— M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin-Halensee, Westfälische Strasse 46. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. Zu beziehen durch das Bureau f ür Statistik der Juden, Berün-Halensee, Westfälische Strasse 46. Für die ümschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen. Insertionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite 30 IViark, pro halbe Seite 15 Mark, für 2 Nummern 50 und 25 Mark. 1. Jahrgang*. Januar 1905. Heft No. 1. INHALT: I. Abhandlungen. Dr. F. v. Lnschan, Profes?or sn der Universität, Berlin: Zur physischen Anthropologie der Juden. — Julius Salomon, Sons-chef im kommnnalstatist. Amt und Stadtbibliothekar, Kopenhagen: Eheschließungen zwischen Juden und Christen in Kopenhagen in den Jahren 1880—I9t:3. — Dr. Arthur Ruppin, Berlin: Die Kriminalität der Christen und Juden in Deutschland 1899 — 1902. II. Statistisches Archiv. Verschiebungen in der Örtlichen Verteilung der Juden in Deutschland seit 1871. — Die jüdische Bevölkerung in Württemberg. — Mischehen in Hamburg. — Unterrichtswesen in Preußen. — Zahl der Ausländer im Königreich Sachsen. — Berufsstatistik in Oesterteich auf Grund der Volkszählung Tom I./12. 1900 — Mischehen in Budapest. — Die Jnden in Italien nach der Volkszählung von 1901. — Einwanderung in die Vereinigten Staaten. — Die Juden in Britisch-Indien. (Nachdruck der von den Verfassern gezeichneten Artikel ist nur mit besonderer Genehmigung, der übriger. Artikel nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.) Zur physischen ünthropoIogiB der Juden. Von Prof. R v. Luschan, Berlin. Auf der 23. Versammlung der deutschen Gesellschaft für Anthropologie habe ich 1892 in Ulm die Ergebnisse meiner Arbeiten über die anthropologische Stellung der Juden vorgelegt. Seither habe ich nie aufgehört, mich mit dieser Frage zu beschäftigen und ich komme mit großer Freude dem Wunsche der Herausgeber nach, in der neuen Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden über den gegenwärtigen Stand meiner Arbeiten zu dieser Frage zu berichten. Wie schon 1892 in Ulm, so möchte ich auch hier wiederum mit der Feststellung beginnen, daß man die Begriffe Juden und Semiten viel schärfer trennen muß, als dies in der Regel geschieht. Es ist natürlich sehr leicht, alle Menschen mosaischer Konfession als Juden zu betrachten, aber es ist ganz ungemein schwierig, eine irgendwie befriedigende Definition des Begriffes „Semiten" zu geben. Für diese liegt die Frage genau ebenso wie für die Arier oder Indogermanen. Der indogermanischen Sprachenfamilie entspricht keine arische Rasse und die Völker, die heute indogermanische Sprachen reden, gehören sehr zahlreichen und untereinander völlig verschiedenen Rassen an. Die Begeisterung, mit der man früher einmal sich bemühte, eine gemeinsame Urform der indogermanischen Sprachen zu rekonstruieren und zu dieser Ursprache sich auch einen rassenreinen Urarier vorzustellen, hat längst reiferen Anschauungen Platz gemacht. Nur ganz unheilbare Chauvinisten reden heute noch von einer arischen Rasse und für den Fachmann ist der Begriff einer arischen Schädelform genau so absurd, als wenn man etwa von einer dolieliokephalen Sprache reden wollte. Ungefähr ebenso steht::§s aber auch mit den Semiten. Auch dieser Be^^feist ein linguistischer, kein anatomischer, und iSBh> würde irren, wollte man annehmen, daß bei den alten Semiten Sprache und Rasse sich besser decken als bei den Ariern. Wir fassen unter dem Namen der Semiten eine große Reihe von orientalischen Völkern zu-