Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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etwa 70 Bundesbrüder in den Räumen des Jüdischen Clubs trafen, Levinsohn sprach über das Verhalten des Jischuw während der Unruhen, insbesondere unter Berücksichtigung der neuen Einwanderer aus Deutschland, Nachdem man von verschiedenen Seiten bereits eine Darstellung der Entwickelung der Unruhen, sowie im Anschluß daran auch Grundsätzliches zum arabischen Problem gehört hatte, war es interessant, gerade auch einmal vom täglichen Leben her diese Dinge betrachtet zu sehen. Levinsohn ging dann auch auf die Arbeit des K. J. V, in Palästina ein, von der er als erstes und zugleich erfreulichstes Ergebnis die fortschreitende Hebraisierung des Kartells nennen konnte. Das Präsidium nahm Veranlassung, Bbr, Kurt Tuchler und Frau anläßlich ihrer Übersiedelung nach Erez Israel durch das Berliner Kartell zu verabschieden. Etwa 80 Bundesbrüder hatten sich mit ihren Frauen in den Räumen der Wizo versammelt, um Tuchlers die herzlichsten Abschiedswünsche mit auf den Weg zu geben. Diese Wünsche und der Dank des Kartells und des Zionismus in Deutschland für die vielseitige und mühevolle Arbeit, die Tuchler an den vielen Stellen, an denen er mitarbeitete, geleistet hat, kamen Tuchlers Aktivität, seine objektive Haltung gegenüber den widerstreitenden auch in den Reden von Conrad Kaiser und Hans Klee zum Ausdruck. Gruppen im Zionismus, seine immer vorhandene und oft in Anspruch genommene bundesbrüderliche Hilfsbereitschaft wurden mit Recht hervorgehoben. Er antwortete mit einem herzlichen Dank und verweilte besonders ausführlich bei einer Darlegung der Grundsätze, die ihm bei seiner zionistischen Arbeit vorgeschwebt hätten. Seine Mahnung, den Zionismus in uns und in der Bewegung nie zu einem mechanischen Betrieb werden zu lassen, war einer der vielen Punkte seiner Rede, der hier nur kurz angedeutet werden mag. Für ihn habe diese Veranstaltung nicht den Charakter eines Abschieds; sehe er doch viele, die er bald in Palästina wiederzutreffen hoffe. — Wenig später haben wir im gastlichen Hause von Bbr. Ernst Nehab und seiner Frau auch unserem lieben Freund Egon Rosenberg unsere Wünsche für seine Alijah nach Palästina mit auf den Weg gegeben. Egon Rosenberg erzählte uns in seiner bekannten, das Humorvolle mit dem Ernsten verbindenden Weise vieles aus früheren Tagen der Verbindungen und des Kartells. Wenn wir es auch, ebenso wie an dem Abend, den wir mit Tuchler ver* brachten, deutlich empfanden, wie sehr diese Bundesbrüder den Zurückgebliebenen fehlen werden, so wissen wir doch, daß gerade ihnen ein weite* Feld jüdischer und zionistischer Tätigkeit in Palästina offen stehen wird. * Im Dezember eröffnete die Jüdische Gemeinde Berlin in der Hebräischen Sprachschule ihren ersten arabischen Kursus unter Leitung unseres Bbr. Moses Goldmann, Zu einer feierlichen Eröffnung war eine große Anzahl der an der hebräischen Bewegung in Berlin Interessierten zusammen gekommen. Auch unser Präsidium war durch Conrad Kaiser und Georg Hirsch vertreten. Nach einer einleitenden Ansprache des Schuldezernenten der Gemeinde, unseres A. H. h. c. Alfred Klee, hielt Moses Goldman n in hebräischer Sprache einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag, in dem er die Beziehungen zwischen der jüdischen und arabischen Kultur, insbesondere die sprachlichen Zusammenhänge des Hebräischen und Arabischen deutlich zu machen verstand. ¥ 66