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Der jüdische Wille · 1937-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1937) · page 58

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 58)
Language
German
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Palästina sieht. Daß ich enttäuscht wurde, ist nicht Schuld des Autors, Er hatte sich die engere Aufgabe' gestellt, dem katholischen Leser die Eindrücke einer frommen Pilgerfahrt zu schildern. Daher gehörte seine Die jüdische Auswanderung Zu den Schriften, die wir unseren ßundesbrüdern zu eingehendem Studium angelegentlich empfehlen möchten, gehört die Schrift von Dr. Michael Traub: ,,Die jüdische Auswanderung aus Deutschland." <Verlag Jüdische Rundschau, Berlin 1936, 44 Seiten, Preis 60 Pf.) Rezensionen haben nicht die Aufgabe, durch eine allzu ausführliche Inhaltsangabe den Leser davon abzuhalten, die Schrift selber zu lesen. Es darf deshalb an dieser Stelle wohl davon abgesehen werden, im einzelnen die Ergebnisse zu erläutern, zu denen Traub bei seiner Arbeit gelangt. Wohl aber seien einige Worte der Bedeutung gewidmet, die diese Arbeit für sich beanspruchen darf. Die jüdische . Öffentlichkeit entbehrt immer noch eines Zentrums, in dem die Lebensäußerungen des jüdischen Volkes in ihrer Gesamtheit und einzeln nach wissenschaftlichen Methoden registriert und erforscht werden. Wo immer man versucht, aus dem Gestrüpp der Tagesdiskussion zu den Tatsachen vorzudringen, hat der Interessierte die größten Schwierigkeiten, diese Tatsachen wirklich und zuverlässig in Erfahrung zu bringen. Aus diesem beklagenswerten Mangel resultiert viel Unklarheit und Verwirrung, und ihm haben wir es zu danken, wenn nach 1933 in der jüdischen Debatte in Deutschland um die Wanderungsfragen ein Zahlenkrieg entbrennen konnte, der im Endergebnis nicht nur jede Klärung verhinderte, sondern darüber hinaus dem inneren Charakter und äußeren Ansehen des öffentlichen Lebens der Juden in Deutschland durchaus abträglich war. ganze Teilnahme lediglich den Stätten, die der Christenheit heilig sind. Das Aufbauwerk des jüdischen Volkes ist leider unbemerkt geblieben, Max Jungmann. aus Deutschland Um so mehr müssen wir es begrüßen, daß Dr. Traub mit wissenschaftlicher Gelassenheit in der vorliegenden Broschüre den Gegenstand behandelt hat. Wir erfahren das Wesentlichste, was die jüdische Wanderungsbewegung vor dem Kriege charakterisiert hat, und erhalten dann über den speziellen Gegenstand der Untersuchung, die Emigration aus Deutschland seit vier Jahren, alles Wissenswerte mitgeteilt: an Voraussetzungen in Altersaufbau und sozialer Gliederung, an Tatsächlichkeiten über die Stärke des Anteils, den die einzelnen Aufnahmeländer am Gesamtprozeß haben, an Erwägungen, die verantwortlicherweise über die zukünftige Gestaltung der Wanderung angestellt werden müssen. In diesem zweiten Teile geht die Schrift über das Statistische hinaus und wird zu einer Erörterung der brennenden Gegenwartsfragen, die auf Grund unseres heutigen Wissens von jüdischer Soziologie vorgenommen wird. Die Sorge und Mühe der zionistischen Bewegung muß und wird immer vornehmlich und hauptsächlich der Palästinaarbeit gelten; niemand wird sie ihr abnehmen. Aber sie ist berufen und imstande, auf Grund ihrer umfassenden Kenntnis vom Wesen der Judenfrage und ihrer kolonisatorischen Erfahrung in Palästina maßgebend mitzusprechen und mitzuwirken, wenn um die Formung und Regulierung der allgemeinen jüdischen Wanderungsbewegung gerungen wird. Die Schrift von Dr. Traub ist aus dieser Auffassung heraus geschrieben und vermag sie wirksam und überzeugend darzutun. Walter Groß. 58

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