Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DER JUDISCHE WILLE ZEITSCHRIFT DES KARTELLS JÜDISCHER VERBINDUNGEN 5. Jahrgang Januar/Februar 1937 Heft 1/2 Don Isaak AbrabaneL <Zu seinem 500. Geburtstag) Von Bbr. Max Nußbaum, I. In der jüdischen Geschichte waltet ein Gesetz, das „Gesetz der Zentren", Es besagt, daß die Austreibung oder Vernichtung des Judentums in irgendeinem Lande historisch die Verpflanzung von einem Zentrum in das zweite zur Folge hat, wobei bei diesem Vorgang das geschichtliche Gesetz vorherrschend ist, daß das neu zu' bildende Zentrum bereits existiert, bevor da« sich schließende endgültig untergeht. Man muß versuchen, die Verschiebung der jüdischen Hegemonie von Palästina nach Babylon und von dort nach Spanien unter diesem Ausblick zu sehen. Vieles in der jüdischen Geschichte wird dann klarer, und es heben sich deutlichere Umrisse von dem sonst so schwer faßbaren jüdischen Profil ab. Wann sind die ersten Juden nach Spanien gekommen? Das genaue Datum ist bis heute nicht festgestellt worden. Sicherlich aber lebten schon Juden in Spanien in der Zeit der römischen Republik. Sie sind hingekommen als freie Menschen, um die Quellen des Landes nutzbar zu machen. Als die ersten Opfer eines Vespasian, eines Titus, eines Herodes als Gefangene nach Spanien verschleppt wurden, war ein jüdisches Zentrum in Spanien bereits vorhanden. Die Juden hatten dort schon Bürgerrecht zu einer Zeit, als die Westgoten noch nicht ihren Fuß in das Land gesetzt hatten. Bevor sich also das eine Zentrum schloß, war in Spanien bereits eine Judensiedlung. Allein die spanischen Juden mit ihrem ausgeprägten Ahnenstolz versuchten, ihre Vergangenheit in diesem Lande bis zur Zeit der ersten Tempelzerstörung, vorzuverlegen. Sie nahmen an, daß sie schon durch Nebukadnezar dorthin verpflanzt worden seien. Ja, eine Familie dieses spanischen Judentums ging noch weiter und rühmte sich sogar ihrer Abstammung vom davidischen Königshaus. Sie hieß: Abrabanel. II. Man kennt die Geschichte, die Erfolge und das tragische Ende des spanischen Judentums. Deshalb darf hier auf die Darstellung dieses historischen Vorganges verzichtet werden. Nur eines soll nicht unerwähnt bleiben. Die Erfolge des Judentums waren nicht die einer assimilierten, spanischautochtonen und von der Umwelt arierkannten Schicht, sondern Erfolge Außenstehender. Nur weil sie intelligent waren, weil man sie zur Auffüllung 3