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Der jüdische Wille · 1936-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1936) · page 3

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DER JUDISCHE WILLE ZEITSCHRIFT DES KARTELLS JÜDISCHER VERBINDUNGEN Die im J.W. abgedruckten Beiträge sind, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes gesagt ist, als persönliche Meinungsäußerung des Verfassers anzusehen. Der »Jüdische Wille« ist nur für Mitglieder des K. J.V. bestimmt. Weitergabe an Nichtmitglieder nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Präsidiums gestattet. 4. Jahrgang Juli/August 1936 Heft 6/7 Die Politik des jungen Josia Von Bbr. Elias Auerbach, Haifa Auf unsere Bitte stellt uns Bbr. Elias Auerbach den folgenden Abschnitt aus dem 2. Band seines Buches ,,Wüste und gelobtes Land" zum Vorabdruck zur Verfügung. Der erste Teil dieses Werkes hat bei Presse und Lesern eine außerordentlich starke Resonanz gefunden; Der zweite Teil wird im September d. J. im Schocken-Verlag erscheinen. D. Red. ' Wie zweihundert Jahre vorher, als die Königin 'Atalja gestürzt wurde, saß jetzt wieder ein kleiner Knabe auf dem Throne Davids. Der alte Spruch: Weh dir, Land, dessen König ein Knabe ist! (Koh. 10, 16) lag wieder in der Luft* Aber diesmal war es ein Knabe von besonderer Art, und ein gütiges Geschick erlaubte ihm, in Ruhe zu reifen und seinen Weg zu suchen. Das Reich Juda war in dieser Zeit so gut wie unabhängig. Assyrien, bereits von den Schatten des Untergangs überdunkelt, kümmerte sich nicht um den Westen, während Aegypten, selbständig unter Psammetich I., noch nicht stark genug war, um über seine Grenzen hinauszugreifen. Assurbanipal, im Jahre 640 fast ein 60jähriger, war nach der eben erreichten Niederwerfung Elams der Ueberzeugung, nun sein Reich nach allen Seiten gesichert zu hab.en, und wandte sich den Werken des Friedens zu. Dieser merkwürdige König von Assur interessierte sich für Altertumswissenschaft (das Feld war groß genug, denn die ältesten babylonischen Inschriften lagen so weit hinter seiner Zeit wie seine Zeit hinter unserer), sammelte geschichtliche "Inschriften und sumerische Texte, ließ sumerische Wörterbücher herstellen und schuf sich eine riesenhafte, wohlgeordnete und katalogisierte Bibliothek, von der bisher mehr als 30 000 Tafeln wieder ans Licht gekommen sind. So sehr uns das den Menschen Assurbanipal näherbringt, für den auf Militärmacht und Eroberung aufgebauten assyrischen Staat bedeutete es Schwäche und Hinabgleiten vom Gipfel. Der Wolf kann es sich nicht gestatten, zu spielen, während die Jäger ihn umlauern. Der Bericht des Königsbuches über Josia richtet sein Augenmerk auf einen einzigen Punkt: die Einführung des deuteronomischen Gesetzes 149

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