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Der jüdische Wille · 1935-04-01 · Heft 3 (April 1935) · page 30

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 3 (April 1935)
Date
1935-04-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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wie er in diesem Heft von Schalom Wurm beschrieben häufig in der organisierten) palästinensischen Jugend anzutreffen ist „Es zeigt sich ein ganz und gar nicht erwünschtes Bild vom geistigen Leben der Jugend; . . . ein Besteigen der politischen Arena, bevor das Gefühl der Verantwortung für die Gesamtheit und die politische Reife vorhanden sind. Das Wissen! und die Taktik des Kampfes erzeugt eine Publizistik — Publizistik tritt an Stelle von Wissenschaft, eine Zeitung an Stelle eines Buches." Diese Feststellungen sind auch nicht ohne Wert für die Betrachtung des vorliegenden Heftes. Es bringt z. B. ein Protokoll von einer im Bunde über den „Heskem" (das innerzionistische' Befriedungsabkommen) geführten Auseinandersetzung, von der gerade die Bundesleitung meint, sie sei ein Beweis für eine bessere und fundiertere Behandlung zionistisch-politischer Fragen. Die Meinungen der Leser werden allerdings darüber auseinandergehen, zumal mit oft wiederholten Formeln und Behauptungen, deren! Begründung man jedenfalls an dieser Stelle schuldig bleibt, operiert wird. Insbesondere wäre es wünschenswert, daß die' Auffassung über das Verhältnis der Interesseni und Ziele der Arbeiterschaft zu denen; des .Gesamtzionismus und des Gesamtvolkes eine nähere Deutung und Vertiefung erfährt. In Wirklichkeit gilt die Ringfabel von Lessings Nathan: keiner darf sich souverän gebärden, dehn keiner ist im Besitze der absoluten Wahrheit. Es fällt auch inj diesem Hefte auf, daß die Auseinandersetzung mit der deutsch-jüdischen Jugend von heute beiseite bleibt, oder, wie es beinahe scheint, unsere Jugend nicht ineressiert. Schade, früher war es einmal umgekehrt. Erstarrt waren die Fronten der Erwachsenen, und die Jugend wurde zionisiert. Heute' dagegen wächst Tag für Tag die Zionistische Organisation, während in dieser Hinsicht es bei der zionistischen Jugend schlecht bestellt ist. Ihr Angriff muß erneut nicht nur der deutsch-jüdischen Jugend gelten, sondern auch der Erfassung der noch vielen unorganisierten Menschen. J. R. Bemerkung der Redaktion Das vorliegende Heft erscheint absichtlich ohne Beitrag zu den inneren Fragen des Kartells. Vielmehr sollen — wie das gelegentlich auch früher geschehen ist — einige wichtige jüdische Zeitfragen behandelt werden. Das soll selbstverständlich keine Tagesjournalistik bedeuten, sondern der Verpflichtung entsprechen, die das Kartell hat, seine Mit* glieder über unsere engeren Fragen hinaus in Verbindung mit den Ge* schehnissen des zeitgenössischen Judentums zu halten, die eine Behand« lung und Beleuchtung auch von unserem Standpunkt aus erfordern. So geben das Maimonides^Jubiläum und die Makkabiah in Palästina zu den ersten, die allgemeine Situation der Juden, die der deutschen Juden und ihrer Jugend im besonderen, zu den folgenden Artikeln Veranlassung. 86

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