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Der jüdische Wille · 1935-04-01 · Heft 3 (April 1935) · page 3

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 3 (April 1935)
Date
1935-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DER JODISCHE WILLE ZEITSCHRIFT DES KARTELLS JÜDISCHER VERBINDUNGEN Die im J.W. abgedruckten Beiträge sind, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes gesagt ist, als persönliche Meinungsäußerung des Verfassers anzusehen. Der »Jüdische Wille« ist nur für Mitglieder des K. J.V. bestimmt. Weitergahe an Nichtmitglieder nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Präsidiums gestattet. 3. Jahrgang April 1935 Heft 3 Maimonides — heute Von Bbr. Max Nussbaum Dieser Artikel ist kein Versuch einer Abhandlung über die Philosophie;des Maimonides. Das wird im Laufe der nächsten Monate in fachwissen* schaftlichen Zeitschriften vielfach geschehen. Wenn wir diese Zeilen für eine KJV.-Zeitschrift schreiben, so hat das einen besonderen Sinn. Wir leben — jüdisch gesehen — in einer Zeit der Rückgliederung und Rückgewinnung aller verloren gegangenen jüdischen Gedankengüter, und es ist nur allzu verständlich, wenn man in diesem Jahre überall in der jüdischen Welt den Namen dieses großen Juden feiern wird. War doch Maimonides in unserer Welt schon beinahe der Vergessenheit anheimgefallen und gehört es doch zur Renaissance eines Volkes, daß es auf dem großen Wege zu sich selbst seine großen Männer entdeckt und sie lebendig erhält! Aber wir müssen doch einmal ehrlich prüfen: Muß jeder Jude dies tun, nur weil die Pietät des Renaissance-Gedankens es verlangt? Ist es die durchschnittliche Pflicht eines jeden Juden, auch wenn die mittelalterliche Philosophie nicht sein Spezialgebiet ist; und müssen wir — von unserem Standpunkt heute aus gesehen — alle diese Feiern mitmachen? Nur weil vor achthundert Jahren ein großer Jude ein philosophisches System geschaffen hat, das zeitbedingt war und von dem heute fast nichts geblieben ist? Oder gibt es viel* leicht doch irgendetwas Ewiges in den Schöpfungen «dieses Manne«? Gibt es vielleicht doch Momente, die nach achthundert Jahren noch heute ZU uns sprechen und uns etwas sagen? Ich meine uns — jeden Durchschnittsjuden, dessen ausschließliche Spezialität gewiß nicht die mittelalterliche Philosophie zu sein braucht. ... Will man auf diese Frage eine Antwort geben, dann ist sie vielleicht so zu formulieren: In diesem ungeheuer reichen Gebäude des Maimoniides gibt es nicht nur Ideen, die uns noch etwas zu sagen haben, sondern auch Momente« die ewig 59

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