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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 51

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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schien mir eine des KJV. durchaus würdige und ihm entsprechende Aufgabe* Und umso eher möglich, als einerseits unsere Bundesbrüder, die der Arbeiterschaft angehören, sich damit einverstanden erklärten, weil auch sie fühlten, was das für die Befriedung bedeutete, und andererseits der allgemeine Zionismus in Palästina auch noch weit rechts stehenden Auffassungen Platz läßt. Ich habe seit dem Kartelltag immer wieder Gelegenheit gehabt, meinen Gedankengang zu überprüfen und stehe heute mehr hinter ihm denn je, Hier wäre ein Ziel und ein Gemeinschaftsgedanke. Und bei aller meiner Bereitschaft, auch jeden anderen Gedanken aufzunehmen, der den Sinn des KJV. hier ausmachen könnte, habe ich noch keinen gefunden, und keiner noch hat ihn mir gezeigt. Auch Sie nicht. Sie sehen den positiven Teil unseres Mitteilungsblattes in dem Aufsatz „Unsere ersten Schritte". Schon das ist falsch. Mein Referat ist der wesentlichere positive Teil. Sie mögen meine Anschauungen noch so ablehnen, Sie können doch nicht übersehen, daß hier ganz positiv ein Weg; gewiesen wird. „Unsere ersten Schritte" sind nichts als Anregungen für eine Art Semesterprogramm. Dies bewegt sich nach Ihnen in „banalen verschwommenen Allgemeinheiten". Als ich das las, war ich garnicht gekränkt, sondern nur gespannt. Ich fühle nämlich selbst recht gut, was fehlt. Und nun bei dieser scharfen Kritik glaubte und hoffte ich, daß jetzt das erlösende Wort, kommen würde, auf das viele von uns warten. Aber dann kam garnichts. Daß nämlich jeder seine Pflicht hat, „in möglichst produktiver und der Allgemeinheit nützlicher Berufsausübung einen, wenn auch bescheidenen Anteil an unserem Aufbauwerk zu nehmen" — das haben wir allerdings in unsere banalen und verschwommenen Allgemeinheiten: nicht auch noch hineingeschrieben. Sie wären weder durch diesen Satz noch durch die bei Ihnen folgenden ganz ähnlichen Sätze tiefer und konkreter geworden. Was Sie empfehlen, ist gewiß die Pflicht jedes Einzelnen; es ist die Voraussetzung, auf der das KJV. basiert. Aber darin liegt doch kein Gemeinschaftsgedanke, keine Aufgabe, die dem KJV. als einer Gesamtheit gestellt ist. Sie verlangen mit Recht, daß der in Deutschland zionistisch erzogenene Akademiker sich hier in den Jishuw einordnet und ein nützliches Mitglied der Allgemeinheit wird. Ausgezeichnet! Aber dazu braucht er kein KJV.; im Gegenteil: der enge Zusammenschluß in einem deutschen Bund kann sein Aufgehen im Jishuw nur erschweren. Und Sie sind in Ihrem Sinne ganz konsequent, wenn Sie „eine irgendwie geartete Sonderbestimmung für das Kartell als einen Bund aus Deutschland stammender Akademiker nicht anerkennen, da für diese eben keine von der Allgemeinheit losgelösten Interessen und Bedürfnisse existieren". Die weitere logische Konsequenz ist die Auflösung des KJV. Und Sie ziehen sie für sich persönlich, indem Sie austreten. & Buchbesprechung Hugo Hermann, Palästinakunde, Fiba^Verlag Wien 4 Lieferungen je RM 1,50 Das Buch will nicht als Wissenschaft» liehe Leistung gewertet werden, sondern das vielfach in Büchern, Zeitungen und Broschüren verstreute Material zur Kennt* nis Palästinas sammeln und in Systematik sehe Form bringen. Es will ein Leitfaden sein für Vortragende, für Kurse, für Schulunterricht und für das Selbststudium» Dem Verfasser ist Recht zu geben, es wurde immer schmerzlich empfunden, wie sehr es an einer solchen zusammenfassenden Darstellung mangelte. Die Aufgabe ist, wie ich glaube, gut gelöst und dem Buch weiteste Verbreitung zu wünschen. In 51

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