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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 15

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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— Gustav Krojanker, der mit dem Gegenstand unserer Tagung in engem Zusammenhang steht. Red. Salli Hirsch: Ihr wißt, zu welchem Zwecke wir heute Euch zusammengerufen haben: nämlich zur Aussprache über die Stellungnahme des Kartells zu den Vorgängen drüben. Es hat sich gezeigt, daß die Vorgänge in Palästina große Erregung hervorgerufen haben und daß eine Reihe von hiesigen Kartellorganisationen zu den Vorgängen drüben Stellung genommen hat. Da wir es nicht für zweckmäßig halten, daß solche Stellungnahme ohne Kenntnis des Materials erfolgt, wollen wir Euch Gelegenheit geben, in umfassender Weise das Problem zu erörtern und unsere Stellung zu den pal. Vorgängen festzulegen. Der Redner läßt verlesen: 1. einen Brief aus Riga, 2. eine Resolution des B.-V. Niederschlesien, 3. einen Briefwechsel zwischen dem KJV. und dem ausgetretenen Georg Loewenberg, 4. eine Zuschrift des Präsidiums des Landesverbandes E.J. Redner fährt fort: Liebe Bbr. Bbr., ich möchte Euch ganz kurz referieren, ganz kurz, weil ich das Schwergewicht auf die Aussprache legen will; ganz kurz aber auch deshalb, weil sich die Kürze aus meiner Linie ergibt, die ich im letzten Heft des JW, dargelegt habe. Es ist notwendig, daß man zunächst einmal ein ganz klares Bild von den Ereignissen hat. Die erste KJV.er-Tagung in Palästina hat am 15. September 1933 stattgefunden. Damals waren die ganzen Fragen des Zusammenlebens noch ungeklärt, und man ging daran, die KJV.er aun mit den Fragen des palästinensischen Lebens im einzelnen vertraut zu machen In dieser ersten Tagung wurde auch die Frage des Verhältnisses zu den Revisionisten gleich aufgeworfen, und es wurde gefragt, ob ein KJV.er Mitglied der Revisionistischen Union sein kann. Man begnügte sich damals mit der Fassung einer Resolution des Inhalts: „Der Landesverband verurteilt die politischen Erziehungs- und Kampfmethoden der Revisionistischen Partei, die mit den nationalen und menschlichen Idealen des Zionismus unvereinbar sind, und beschließt, der nächsten Kartelltagung folgenden Antrag vorzulegen: Die Zugehörigkeit zum KJV. ist mit der Zugehörigkeit zu der Rev. Union unvereinbar." Die nächste Tagung fand dann am 14. Oktober 1933 in Tel-Aviv statt, wo folgende Resolution gefaßt wurde: „Das KJV. verurteilt aufs Schärfste die unmoralischen politischen Kampf- und Erziehungsmethoden, die von der zur Revisionistischen Union gehörenden Gruppe der palästinensischen Revisionisten angewandt werden. Es verlangt daher von seinen Mitgliedern den Austritt aus der Revisionistischen Union, die sich bisher von diesen Methoden des politischen Kampfes nicht distanziert hat. Es wird ausdrücklich festgestellt, daß dieser Beschluß sich ausschließlich gegen die Kampfmethoden des palästinensischen Revisionismus und nicht gegen seine politischen Ziele richtet, da das KJV. grundsätzlich jedem seiner Mitglieder freistellt, sich nach seinem politischen Ermessen jeder der Zionistischen Organisation angehörigen Partei oder Gruppe anzuschließen." Auf Veranlassung der Gruppe, die gegen den Antrag war, wurde dann ein Kartelltag einberufen, der im August 1934 stattfand; dort stand zur Debatte der Antrag auf Aufhebung dieser Beschlüsse. Der Antrag wurde abgelehnt, nach der Ablehnung wurde die Statutenmäßigkeit bezweifelt. Und es wurde nun spontan der Antrag gestellt: „Die Zugehörigkeit zur Rev. Union ist mit der Zugehörigkeit zum KJV. unvereinbar." 15

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