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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 11

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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war ein sehr großer Prozentsatz nach Erez Israel hinübergegangen, nock stärker reduziert war der Kreis unserer wirklich aktiven Mitarbeiter. Demgegenüber galt es, nicht nur die Organisation im bisherigen Umfange aufrecht zu erhalten, sondern sie erheblich zu erweitern, unsere Propaganda auch in bisher vernachlässigte Bezirke vorzutragen, die neu gewonnenen Mitglieder zionistisch zu schulen und die neu erwachsenen Probleme der Palästinaberatung, Palästinavorbereitung usw, zu lösen. Dieses alles ist weitgehend gelungen« Der Ausfall an ehrenamtlichen Mitarbeitern konnte zum Teil durch Schaffung von Gruppenverbandssekretariaten im ganzen Reich und Einstellung hauptamtlicher Kräfte, sowie durch Heranziehung neu gewonnener Zionisten für unsere Arbeit wettgemacht werden. Die Gruppenverbandssekretäre konnten auch in anderem Umfange, als das früher der Fall gewesen war, die Provinz bereisen, neue Ortsgruppen gründen, ihre Arbeit anregen und beaufsichtigen. Die Gruppenverbände, die früher überhaupt nicht oder nur auf dem Papier gestanden hatten, wurden jetzt lebendige und wertvolle Organisationsformen. Die zionistische Durchbildung des „zionistischen Nachwuchses" (auch desjenigen in reiferem Alter) erfolgte stufenförmig in den Ortsgruppen, in den Schulungslagern der Gruppenverbände und in der Ende September in Lehnitz bei Berlin abgehaltenen Reichsschulungswoche. Diese Einrichtungen haben sich bewährt und werden nach den gemachten Erfahrungen weiter ausgestaltet. Da sich erwiesen hat, daß die Jüdische Rundschau über mancherlei innerzionistische Vorgänge doch nicht hinreichend informiert, sind zur weiteren Instruktion unserer Mitarbeiter die ZVfD-Blätter geschaffen worden, die auch in der Ortsgruppenarbeit verwertet werden sollen. Infolge des äußeren Druckes und innerer jüdischer Besinnung wurde mancherlei in die Wege geleitet, was wir zuvor immer vergeblich gefordert hatten: Reichsvertretung, jüdische Schule, Berufsumschichtung, Aufbauende Sozialpolitik und eine eigene jüdische Kulturpflege. Die Reichsvertretung wurde, losgelöst vom Schema, nicht auf der Grundlage der Gemeinden und Landesverbände als deren Ueberbau geschaffen, sondern als ein besonderes Organ konstituiert, das alle lebendigen Kräfte des deutschen Judentums zusammenfassen und spiegeln sollte, die Großorganisationen und die Großgemeinden. Bekanntlich ist gegen die Reichsvertretung in dieser Gestalt eine heftige Opposition erwachsen, zu deren Wortführerin sich vornehmlich die Berliner jüdische Gemeinde gemacht hat. Der Kampfruf war, daß die Körperschaften, welche die größten Opfer zu bringen hätten, auch stärker in der Reichsver* tretung zu ihrem Rechte kommen müßten. In diesem Streit, in dem mit Ultimaten gearbeitet wurde und der zeitweise zu einem Auseinanderfall der Reichsvertretung zu führen drohte, ist jetzt ein Friedensschluß zustande gekommen, welcher der Opposition doch nicht unbeträchtliche Erfolge gebracht hat. Es ist ein Haushaltsausschuß gebildet worden, dem wesentliche Kompetenzen hinsichtlich der gesamten Finanzgebarung der Reichsvertretung eingeräumt worden sind und diese ist durch weitere Vertreter der Berliner Gemeinde verstärkt worden. Es kann nicht verhehlt werden, daß eine stärkere Einflußnahme der Großgemeinden auf die Reichsvertretung uns wenig günstig ist, weil die Zusammensetzung der Gemeindekörperschaften den nach der nationalen Revolution veränderten Stärkeverhältnissen im deutschen Judentum nicht gerecht wird und da weiterhin die Bestrebungen derer so gefördert werden, welche die Herabsetzung der Ausgaben für Hachscharah-Zwecke wünschen. Es ist überhaupt nicht zu verkennen, daß seit einer Reihe von Monaten das Bild des deutschen Judentums ein für uns wenig erfreuliches wird. Nach der erste» 11

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