Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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nicht tinmittelbar diesem Ziele diente* Und würde nicht der Geist der 2eit die zionistische Ueberzeugung von selber in die Herzen der jüdischen Jugend pflanzen? War es nicht geradezu eine Beleidigung, einen Gleichaltrigen, der die gleiche Freiheit der Ueberzeugung hatte, zu überreden und mit all den kleinen Mitteln und Praktiken der Keiltechnik zu sich hinüberziehen, wo er diesen Weg etwas später, aber dann in Freiheit und darum glücklicher, von selbst gehen würde? Und außerdem: je länger man Zionist war, desto schwieriger war es, immer aufs neue gegen den ewig gleichen Stumpfsinn der Assimilanz anzugehen. In gleicher Weise erschien die alte hierarchische Stufung nach Graden (Fux—Bursch—Alter Herr) überflüssig; ein palästinawilliger Fux war zionistisch wertvoller als ein Bursch, der hierblieb. Aber die Alten Herren fanden, daß der Geist der Zeit, obwohl er in mancher Hinsicht den Zionismus tatsächlich begünstigte, die große Masse des deutschen Judentums und speziell der jüdischen Studenten ebensowenig von selber zu uns führen würde wie bisher, und daß eine Nationalisierung und Zionisierung kampflos nicht erfolgen würde; und waren also des altmodischen Glaubens, daß Keilarbeit weiterhin notwendig sei. Ebenso fanden sie, daß das Fuxeninstitut durchaus nicht jenes Ueberbleibsel einer plumpen Assimilation an deutsches Korporationswesen sei, als welches es nun dargestellt werde; sie meinten, daß man dem eben Eingetretenen noch nicht das gleiche Recht geben könne wie dem, der seit langem sich bewährt habe; daß das K.J.V. die Menschen erziehen sollte und diese Erziehung zu politisch gebildeten Zionisten auch denen nottäte, die schon in der Jugendbewegung unseren Ideen nahegetreten seien; daß schließlich aus der erstrebten Formlosigkeit überhaupt nichts Rechtes herauskommen könne. So war das Kartell überall uneins; und als das Präsidium, in dem Egon Rosenberg, Fritz Löwenstein und Erich Cohn während des Krieges die Hauptarbeit geleistet hatten, nach erfolgtem Waffenstillstand das Kartell zum I. ordentlichen Kartelltag zum Februar 1919 nach Berlin berief, erschien es sehr fraglich, ob bei so divergierenden Tendenzen überhaupt die Einheit des Kartells würde gewahrt werden können. Man sah niemand, der sie hätte verteidigen wollen; nur die Richtungen strebten danach, eine Umgestaltung in ihrem besonderen Sinne durchzuführen. Es war die Existenzfrage des K.J.V., ob sich Bundesbrüder finden würden, die willens und imstande waren, den Partikularismus der Flügel zurückzudrängen und darüber hinaus das Kartell auf einer gemeinsamen Basis zu einen und neu zu gründen. (Fortsetzung folgt.) Verschiedenes Brief aus der Hadischarah Nachstehend veröffentlichen wir auszugsweise einen Brief von Bundesbruder Gerhard David und weisen nochmals von uns aus darauf hin, daß zwei Bundesbrüder Gelegenheit hätten, Ausbildung als Schiffer oder Fischer zu erhalten. Liebe Bundesbrüder! Ich bestätige den Eingang Eures letzten Schreibens und teile Euch mit, daß ich in der Zwischenzeit den entscheidenden Schritt getan habe und seit dem 4. 5. als Junge an Bord des Finkenwärder Hochseefischkutters „Adler" HF 233 angemustert bin (Schiffer-Fock). 121