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Der jüdische Wille · 1934-03-01 · Heft 2 (März 1934) · page 3

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 2 (März 1934)
Date
1934-03-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Finanzprüfung: Paul Schnurmacher, Mandatsprüfungskommission: Hans Lipschitz, Leo MaiscL Die erste Geschäftssitzung des Kartelltages wurde geschlossen« Nach der Pause wurde der Kartelltag eröffnet, mit Verlesung der Glückwünsche zum Kartelltag durch Bbr, Levinsohn und mit Begrüßung der geladenen Gäste. Auf dieser offiziellen Veranstaltung des ersten Abends sprach Bbr* Blumenfeld über „Die Bedeutung Palästinas für das deutsche Judentum". Am Sonntag, den 4. Februar, wurde der Kartelltag um 10 Uhr mit einem Rechenschaftsbericht des bisherigen Präsidiums, gegeben von Bbr. Levinsohn, eröffnet. Der wesentliche Inhalt ergibt sich aus dem Januarheft des „Jüdischen Willen". — Anschließend an das Referat von Bbr. Levinsohn referierte Bbr. Salli Hirsch über „Die zukünftige Arbeit des Kartells". In seinem Referat führte Bbr. Hirsch folgendes aus: Wenn das Kartell sich organisch hätte fortentwickeln können, hätte nicht ich, sondern ein Jüngerer dieses Referat über die künftigen Aufgaben des KJV halten müssen. Die Entwicklung ist aber durch die Ereignisse der letzten Zeit jäh unterbrochen, und die Frage, ob das KJV weiter existenzberechtigt ist, muß durchaus ernsthaft geprüft werden. Die Aufrechterhaltung eines bloßen Traditionsverbandes — darüber besteht wohl Einstimmigkeit — lohnt nicht die Aufwendung von Arbeit und Mitteln. Das KJV hatte immer zwei Aufgaben. Es war einerseits Jugendorganisation, Nachwuchsbewegung der zionistischen Organisation und zeitweise die wichtigste zionistische Jugendbewegung in Deutschland. Es hatte daneben die Aufgabe, die aus den studentischen Organisationen Herausgewachsenen in die zionistische Arbeit einzugliedern. Diese beiden Aufgaben waren voneinander abhängig. Die Jugendorganisation gewann eine besondere Bedeutung durch das Vorhandensein eines Kreises von Alten Herren, der die zionistische Arbeit in Deutschland trug, sie bestimmte, und die Arbeit der Alten Herren hatte eine besondere Färbung dadurch, daß sie sich auf eine Nachwuchsbewegung stützen konnte. Die" heutige Situation ist zunächst dadurch gekennzeichnet, daß die Jugendorganisation des KJV jedenfalls in der bisherigen Form unmöglich geworden ist, da keine jüdischen Studenten an deutschen Universitäten in nennenswerter Zahl vorhanden sind. Die Jugendorganisation muß daher» wenn sie überhaupt fortbestehen will, den akademischen Rahmen sprengen. Dieser akademische Rahmen war auch früher für das KJV nicht wesentlich, sondern eine Zweckmäßigkeitsfrage. Wesentlich ist das Vorhandensein einer Jugend, die fähig und bereit ist zu einer intensiven Erziehungsarbeit und sich in einen Kreis einordnen will, der über die parteimäßigen Bindungen hinaus sich für den Zionismus ab solchen verantwortlich fühlt. Die Frage ist, ob solch eine Jugend heute vorhanden ist. Hier kommen in Betracht die zionistischen Junggruppen, die in den letzten Monaten unter Führung von KJVern gegründet sind, und die jedenfalls insofern der früheren KJV-Jugend entsprechen, als sie über die parteimäßigen Bindungen hinaus zu einer gemeinsamen zionistischen Arbeit bereit sind. Wenn in diesen zionistischen Junggruppen eine Erziehungsarbeit geleistet werden kann, die der früheren KJV-Erziehung gleichwertig ist, könnte aus diesen Junggruppen ein Nachwuchs für das KJV hervorgehen. In Frage kommen hier ferner die Hachscharahgruppen, die aus KJVern gebildet werden oder unter dem Einfluß 44

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