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Der jüdische Wille · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · page 33

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Zum HachschärahproMem. Von Isi Issler. Das KJ.V. ist infolge der Ereignisse den Weg gegangen, den es — als zion. Bund* —• hatte gehen müssen: es schickte sich zur Umschichtung an» Nun aber ist die Hachscharaherfahrung des K.J.V. <— wegen seiner bisherigen Haltung als reine Studentenverbindung — keine große. Darum möchte ich heute das Wort ergreifen. In seinem Artikel: Zur Zukunft des K.J.V. sagt z. B, Willy Jacobsohn* man sollte „die Hachscharah in der Galuth auf das geringste fachlich mögliche Maß beschränken und einen möglichst großen Teil" der „Hachscharah in Palästina .... durchmachen . , Infolge meiner diesbezüglichen Erfahrungen darf ich mir erlauben, anderer Meinung zu sein. Während der Jahre des stetigen Aufbaus Palästinas war es immei* das Bestreben des „Hechaluz" gewesen, seinen jungen Menschen eine gründliche Berufsausbildung zu geben. Dies war selbst der Fall, als man die Parole „der Eroberung der Arbeit11 herausgab. Man wußte sogar, daß diese heute in der ersten Zeit „Schwarzarbeit" (Arbeit, gleich welcher Art) leisten müßten, aber man war dennoch bemüht, ihnen einen fertigen Beruf mitzugeben. Aus folgenden Gründen tat man es: Die jungen Menschen entstammten einem der körperlichen Arbeit fremden Milieu. Man mußte sie also an eine solche Arbeit gewöhnen« Weiter ist der Bedarf von gelernten Arbeitern bei dem Aufbau eines Landes weit größer als der Ungelernter. Es handelt sich darum, die Arbeitsplätze zu erobern, wofür man sich natürlich qualifizierter Arbeiter bediente» Dann ist folgendes sehr wichtig: Die Hachscharah sollte im eigentlichen Sinne des Wortes eine Vorbereitung für das Land sein, eine Vorbereitung in jeder Hinsicht. Man lernte die Arbeit kennen, sich daran gewöhnen und sie lieben. Gleichzeitig lebte man mit einer „Chewrah" (Gruppe) zusammen und lernte so das Gruppen- und Kollektivleben kennen» Man konnte also gleich dieser die Entscheidung für oder gegen die „Kwuzah" treffen, und man brauchte nicht erst in Palästina zu experimentieren. Von Wichtigkeit ist noch, daß man sich auch gleichzeitig für Erez vorbereitete: man lernte Hebräisch, jüd., zion. Geschichte, wählte Palästinaprobleme jeder Art, man reifte für Palästina. Schon allein aus diesen Gründen wollte man an einer längeren Hachscharah, d. h. guten Ausbildung festhalten. (Ich behaupte nämlich — im Gegensatz zu Bbr. Jacobsohn — man kann während der Hachscharah Hebräisch lernen und Tarbutharbeit leisten, immer vorausgesetzt, man hat sich bereits an die körperliche Arbeit gewöhnt.) Dann möchte ich noch eins zu bedenken geben, was mich — auch noch aus anderen Gründen, die nicht hierher gehören — sehr beunruhigt: Seit den Ereignissen in D. sind viele Juden, die früher nie daran gedacht haben, nach Palästina gegangen. Sie sind zumeist Kaufleute, Gewerbetreibende oder Akademiker. Palästina ist ein kleines Land, das seine Bewohner nicht durch den Handel (hauptsächlich gemeint) ernähren kann. Die Frage ist nun: was werden all diese Immigranten anfangen? Ueber kurz oder langt glaube ich, werden sie sich sicher mit wenigen Ausnahmen — in das Heer der Arbeiterschaft einreihen müssen« Dann natürlich als ungelernte oder wenig gelernte Arbeiter. Die Zahl dieser wächst im Verhältnis zu den gelernten Arbeitern zu schnell, was eine Gefahr für das Land darstellt. Darum glaube ich, ist es innere Pflicht als zion. und Erziehungsbund, Sorge zu tragen« diesem Uebel abzuhelfen, indem wir unseren Leuten zu einer längeren 34

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