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Der jüdische Wille · 1933-09-01 · Heft 1 (September 1933) · page 9

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
1 (1933)
Issue
Heft 1 (September 1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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gefestigt und man stößt häufig auf erhebliche Schwierigkeiten bei der Tarbuth- Arbeit. In Riga hat man aber diese Schwierigkeiten weitgehend Überwunden Und wir hoffen, daß das auch bald in Memel der Fall sein wird. In Sorau wird es uns möglich sein, jemand, dessen Aufgabe die hebräische und Tarbuthärbeit ist, unterzubringen. Hier läßt sich über die Entwicklung noch nichts sagen, da diese Hachscharah erst seit zwei Wochen im Gange ist. Präsidium des Kartells Jüdischer Verbindungen« Wir veröffentlichen nachstehend einen Brief von Paul Hirsch. An Bord der „Champollion", den 6. August 1933. Liebe Bundesbrüder! Es ist mir ein Bedürfnis, mit einigen wenigen Worten jetzt bei meiner Uebersiedlung nach Erez Israel vom K.J.V. in der Golah und Euch, meinen Bundesbrüdern, Abschied zu nehmen. Solche Abschiedsworte sind auf einem Kartelltag leichter gesprochen als in einem Briefe geschrieben. Früher war der Weg, den ich, wie so viele andere, jetzt im Begriff bin zu gehen, eine zionistische Tat. Heute erscheint er, anscheinend nur aus äußerer Notwendigkeit gegangen, weniger als die unbeirrte, zionistische Galutharbeit. 16 Jahre einer fast ununterbrochenen K.J.V.-Arbeit liegen hinter mir, Jahre, in denen ich vom K.J.V. viel, vielleicht alles erhalten habe. Es war für mich eine beglückende Aufgabe, in den letzten Jahren, in denen ich die Geschichte unseres Bundes mit zu bestimmen hatte, dem Kartell einen kleinen Teil meiner Dankesschuld zurückgeben zu dürfen. Ob und wie ich diese Aufgabe erfüllt habe, habt Ihr zu bestimmen. An mir ist es, Euch zu danken für die Verantwortung des Amtes, die Ihr mir übertragen habt. Gerade in der letzten Zeit und auch ganz besonders in diesem Augenblick fühle ich, vielleicht wie nie zuvor, diese verantwortliche Verbundenheit mit dem K.J.V. als dem Träger einer Idee, die auch heute für das Leben unserer Gemeinschaft und auch jedes einzelnen von uns ihre zentrale, alles bestimmende Stellung behalten hat. Wenn ich so hier auf dem Schiffe den Großteil der Menschen betrachte, der mit mir in das Land kommt, Menschen, für die Erez Israel bisher kaum eine Rolle gespielt hat und wahrscheinlich auch heute nur sehr wenig spielt, so wird mir wieder einmal mit einer beinahe erschreckenden Deutlichkeit die Verantwortung bewußt, die die deutschen Zionisten und mit ihnen besonders wir K.J.Ver haben. Es wird mit an uns und unserer Haltung liegen, ob und wie das Land diese Alijah verdauen wird. Unser Streben wird es sein müssen, mit größter Intensität mit dem Jischuw uns zu verbinden, mit ihm zu verwachsen, nicht zu dulden, daß der zionistische Geist, der Geist eines Herzl, eines Gordon, der Geist der Chaluziuth auch nur ein wenig zurückgedrängt wird. Nur dann bei dieser Verknüpfung mit dem Lande und dem Jischuw wird das Band, das uns speziell zusammenhält, unsere zionistische Bundesbrüderlichkeit, seine Berechtigung erhalten und weiter, entstanden in tiefer Liebe zu der Idee unseres Bundes, bewahrt und fester geknüpft werden können. Damit erhält aber auch erst eine Uebersiedlung wie die meine, ihre innere Berechtigung. Der Abschied, den ich hiermit von Euch nehme, ist damit aber auch gleichzeitig und mehr die erneute Verbindung mit Euch und dem Kartell, die erneute Verpflichtung für die Idee des K.J.V. und für seinen Dienst am 6

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