Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 102 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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engung dieses Erlebnisses sträubten, hoffen wir auf unserer Seite zu haben, wepn wir nun als vorläufig einzigen Inhalt der „F. J/* jenes Erlebnis bezeichnen und als ihre einzige Aufgabe, es festzuhalten und beständig zu erneuern. Damm möge nichts anderes uns verbinden, als der alljährliche Jugendtag. Und möge zur Freideutschen Jugend gehören, wer immer sich zu ihr bekennt — ohne Altersgrenze nach oben wie nach unten. «Wir schlagen auch vor, daß Verbände als solche nicht Bestandteile der „F. J." ausmachen, sondern sich lediglich (offiziell) als ihr freundlich oder befreundet nahestehend bezeichnen können. Auch mag einer dieser Verbände die Arbeit der Geschäftsführung auf sich nehmen. So wird kein Verband sich durch die Verfassung der „F. J." beengt oder wohl gar durch die Zugehörigkeit zu ihr gefährdet fühlen, und ebenso die „F. J." nicht Gefahr laufen, in das Schlepptau eines Verbandes genommen zu werden. Den J^ugendt^g aber denken wir uns so: er sei eine große neutrale Zusammenkunft, ohne irgendwelche offiziellen und allgemein verbindlichen Kundgebungen, Festreden usw. Nur ein Feuer versammle am Abend alle um sich. Im übrigen aber herrsche volle Freiheit des Austausches und der Darbietung, es sei wie ein bunter geistiger Jahrmarkt und zugleich ein wundervolles, reiches Fest. Wer immer der Jugend etwas zu sagen hat — heiße er nun Popert oder Wyneken oder auch Gusto Gräser — der sammle seine Hörer um sich, ein jeglicher in seiner Waklecke, und ein jeder gehe zu dem, den zu hören, mit dem sich auseinanderzusetzen sein Herz ihn treibt und sein Wunsch vielleicht während des ganzen Jahres war. Da werden wir etwas erstehen sehen von der geistigen Lebendigkeit des alten Athens; da kann Jugend und Geist sich begegnen, da da Jüngling seinen Führer, ein Führer seine Jünger finden. Und da wird die Jugend sich untereinander kennen lernen; da kann sie die öden Schlagworte des Parteikampfes los werden und die Zerspaltung und das Mißtrauen gegeneinander überwinden. Da kann sie von sich einen lebendigen Eindruck geben und empfangen. Und sicherlich wird jeder zur Fülle des Festes beitragen, was er vermag: Lied, Musik und Reigen, Schauspiel, Spiele und Wettkämpfe, leibliche und geistige. 102