Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 2-3 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 52 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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tiefen, so soll jetzt ein Niveau geschaffen werden, ein Rahmen, der von nun ab diese Unterströmungen unten stauen wird. Der Strom wird breit und glatt werden, aber auch ohne Schnellen, ohne Stoßkraft und ohne Wirbel von unten nach oben. Das ist das notwendige Los allen Flußlaufes, aller Organisation. Aber die gegenwärtige Zeit beschleunigt diese Entwicklung grauenhaft. Und je schwerer Einer sich halten könnte, der diesen Fortgang hemmen möchte, um so nötiger ist es, daß er mit allem Gewicht sich dagegen stemme. Vor kaum IV2 Jahren hat der erste Sprechsaal begonnen, sozusagen als technische Organisation. Er war eine Art Vorbereitung für die Zeitschrift „Der Anfang", eine Zusammenkunft von Schülern und Studenten, die als künftige Abonnenten und Mitarbeiter des „Anfangs" bis zu seinem Erscheinen im kleinen Kreis seine Arbeit tun wollten. Und die voraussehend, daß der „Anfang" notwendigerweise einseitig würde geleitet werden müssen, eine Ergänzung, eine mündliche Erweiterung seines Inhalts auch für späterhin sich bieten wollten. Im Sprechsaal sollten jene Gebiete, die im „Anfang" keinen Platz finden würden: Philosophie, Kunst, Literatur und jene Ideen, die für den Druck nicht reif genug sind, besprochen werdenw Man dachte damals daran, daß in vielen Städten solche „Anfangleserkreise" sich bilden würden, und man erhoffte in einiger Zeit einen regen Briefwechsel dieser Gruppen, sogar vielleicht eine regelmäßige geschriebeine Zeitschrift, einen „unterirdischen Anfang". So war der Sprechsaal ganz auf geistige Anregung, auf sachliche Besprechung theoretischer Fragen eingestellt. So wurde er wenigstens geleitet. So stellte er sich dar. Im übrigen hatte wohl jeder der (etwa dreißig) Teilnehmer eine besondere Idee von ihm, seinen Aufgaben, seiner Zukunft. Den meisten mag er damals nichts anderes geboten haben als eine erwünschte Erweiterung ihres Gesichtskreises. Diese ergab sich wie von selbst, weil mancher hier zum ersten Mal mit Schülern anderer Schulen oder mit Studenten zu ernster Besprechung zusammenkam. Eine Unterströmung wurde gleich anfangs lebendig und fand sogar im Programm ihren vorübergehenden Ausdruck. Es war der Wille Einiger, über die Anregung des Einzelnen hinaus, der gesamten Schuljugend eine Anregung zu geben. Eine allgemeine Anregung, mehr eine Aufrüttelung