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Der Anfang · 1914-06-01 · Heft 2-3 (Juni 1914) · p. Seite 39

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Journal
Der Anfang
Volume
2. Jahr (1914)
Issue
Heft 2-3 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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geistige Eigenheit und Bewußtheit sich ergab, eines Tages einfach da war und ausbrach, das alles haben wir erst am Außen und nun plötzlich Uns-Fremden festgestellt. Festgestellt, und sogar — mit schmerzlichem Verwundertsein gespürt. Wir wollten es gar nicht. Unser bewußter Wille schwieg. Denn den und den Intellekt hatten wir in verstaubte Ecken gesetzt. Aber unsere Körperlichkeiten und Sehnsüchte, die uns trieben und auf denen wir dahintrieben, der Adel und die Heiligung des Leibes hatten solche Innerlichkeiten und geistigen Wandel gewirkt. Und das unterschied uns vom Sportverein. Und so durftet Ihr vielleicht einmal sagen: Wandervogel ist Weltanschauung. Ja, neue Erschauung, neue Inbrunst und neues Erleben hatte in uns unser Instinkt ausgewirkt. Fluchtburgen bauten wir ihm. Aber wenn Ihr dann mit den geistigen und programmatischen Mäntelchen kamt, unsre Nackheit und Schöne zu decken — denn Euch mangelte der Mut zur Unverständlichkeit, zur Verpöntheit —, so war das Bewußte und Ausgesagte immer Betrug und innerliche Fremdheit. Volkstum, Abstinenz und Bodenreform, und alle jene andern Kettenbrüche des Intellekts hinunter — sie waren nachträgliche Etikettierungen vorm Intellekt und Rechtfertigungen vor der Gesamtheit. Und meist recht mittelmäßige und alltagsverdrückte; sofern sie nicht Ausdruck waren und stil-erfühlte Geste. Darum: die Fadheit und Billigkeit unserer geistigen Schilde und Schilder ist uns und unserer Art auch deswegen entschuldbar, weil der Intellekt uns nicht eignet als Abstempelung und nur Krücke ist und Notbrücke zum anderen Schlag. Uns liegt die Heiligkeit und alles Pathos im Instinkt. Wir hätten nie zur neuen „Weltanschauung" vom Intellekt her, vom Begrifflichen und von der geistigen Not, vom Unbefriedigtsein am philosophischen System herkommen können. Wir — nie. Erwies sich uns also der Intellekt als feiste Unjugendlichkeit. Andererseits war der Verzicht mindestens Leichtsinn, der zur süßlichen Verduselung und schmalzigen Ausgelaugtheit 39

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