Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 1 (Mai 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ihr verlangt, das ist ein Servilismus, der jedes Oberlehrers kühnste Erwartungen übertreffen muß. Und indem man den Entschluß, den man auf dem Meißner faßte: für einander einzutreten, wenn einer der Kameraden bedroht war, ausdrücklich ausmerzte, gab man in aller Form den Gedanken der kameradschaftlichen Solidarität preis. Freilich war das in Marburg schon eigentlich nur noch die Besiegelung der Münchener Taten: Schon in München hatte man ja vollständig vergessen, wozu man eigentlich da war. Für die bedrohte Jugend fand man kein Wort, und begnügte sich mit einem vorsichtigen Abrücken vom Freunde und einem Schwelgen in der eigenen Harmlosigkeit. V. So ist die Sache der Jugend von denen, die sich ihre Vertreter nannten, preisgegeben Worden. Nun hat die Jugend selbst das Wort. Wollen wir uns durch ein paar unfähige Köpfe unsere große Sache verderben oder aus der Hand nehmen lassen? Man hat die „Sprechsäle" abgelehnt, den „Anfang" weit von sich gewiesen. Aber fürwahr, warum sollen wir nicht mit Coriolan sagen: „Ich banne Euch! Bleibt hier zurück mit Eurem Unbestand, Der schwächste Lärm mach* Euer Herz erbeben, Euer Feind mit seines Helmbusch's Nicken fächle Euch in Verzweiflung — habt die Vollmacht immer, Zu bannen Eure Schützer — bis zuletzt Euer stumpfer Sinn, der glaubt erst, wenn er fühlt, Der nicht einmal Euch selbst erhalten kann, Stets Feind Euch selbst — Euch endlich unterwerfe Etwelchem Volk, das ohne Schwert Euch schlug. Verachtend um Euch die Stadt — wend' ich so meinen Rücken: Noch anderswo gibts eine Welt." — Und eine Jugend. Wo ist jetzt die wahre „freideutsche Jugend"? Sie ist nach wie vor da, wo die Jugend „aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten" und in diesem Willen sich gegenseitig fördern und schützen will. Dies ist der Begriff der freideutschen Jugend, und 11