Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 361 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
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DER Ä ZEITSCHRIFT DER )UGEND HERAUSGEGEBEN VON GEORGES BARBIZON, BERLIN / SIEGFRIED BERNFELD, WIEN BERLIN l. Jahr APRIL 1914 Heft 12 WIEN „Der Anfang" erscheint als Monatsschrift zum halbjährlichen Bezugspreis von 2 Mark bzw. 2,50 Kronen (im Auslande zu 3 Mark). Wird durch den Buchhandel, durch die Post oder direkt vom Verlag bezogen. Familie und Freie Schuigerneinde München, 1 Wenn jemand von einer fernen Warte aus und unbeteiligt am Gesamtleben der Menschheit auf das Erdentreiben als bloßer Betrachter herabschauen würde, der müßte an eine vollkommene Sinnlosigkeit des menschlichen Lebens glauben. Denn dazu verurteilt, bloß das Sinnfällige, Körperliche, das Einzelne zu sehen, kann er nichts anderes wahrnehmen als den ewig gleichen W erdegang des Menschen, ein ewiges Gebären und Sterben, umhüllt allein von einer nach Zeiten verschiedenen Umrahmung. Eine Steigerung aber — und Steigerung wäre doch der einzige Sinn des Daseins, die einzige Begründung oder Entschuldigung für alles sonst in Ewigkeit umsonst gelebte Menschenleben — erspäht er nicht. Denn nicht an Einzelnes und Körperliches kann sich solch eine Steigerung binden, — mit dem Körper fiele ja auch sie dem Tode anheim —; sondern um Ewigkeitswert zu haben, muß sie notwendig im Allgemeinen und Ewigen liegen. Doch allgemein und ewig ist in der Menschheit außer dem Leben an sich, das nicht steigerungsfähig ist, nichts als der Geist. Das Bleibende in allem Werden und Vergehen, der Sinn und Zweck des Lebens wäre also dann nur die Arbeit am Geiste, die Geisteskultur. Gewöhnlich zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr fängt der Mensch, wenn er nicht allzu stark von religiösen Vorstellungen