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Der Anfang · 1914-03-01 · Heft 11 (März 1914) · p. Seite 348

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 11 (März 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 348 (sequence 28)
Language
German
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wichtigen Punkten beleuchtet wird: das, zu dem Wyneken, soweit ich sehe, auf philosophischem Wege und divinatorisch gekommen ist, soll an eigenen Erfahrungen, gleichsam von unten her betrachtet werden. Ich habe eine schöne Kindheit gehabt, ohne Zweifel. Unsre Kindheitserziehung war nach meiner xMeinung mustergültig. Ich muß darauf verzichten, hier näher darauf einzugehen; über die Art dieser Erziehung im einzelnen unterrichtet am besten das soeben bei Teubner erschienene Buch „Aus einer Kinderstube, Tagebuchblätter einer Mutter". Die dort geschilderte Erziehung ist nicht etwa die von mir und meinen Geschwistern, aber die der Kinder eines uns sehr nahestehenden Hauses. Die Methode ist jedenfalls fast genau dieselbe. Warum ich nun trotz dieser idealen Kindheitserziehung zu demselben Resultat gekommen bin wie so viele andre, will ich zu erklären versuchen. Ich stehe jetzt auf dem Standpunkt, daß der junge Mensch nach Abschluß seiner .Kindheit aus dem Elternhaus fort und in eine Gemeinschaft von andern jungen Menschen unter die Führung eines dazu berufenen Erwachsenen kommen muß. Der Zeitpunkt dazu, also das Ende der Kindheit, findet sich in den Gefühlen des Kindes. Das Kind wird, solange es wirklich Kind ist, niemals den Wunsch haben, von den Eltern fort und in eine andre Gemeinschaft zu kommen; selbst unter den ungewöhnlichsten Umständen. Vielleicht wird sich der Wunsch einmal zeitweise einstellen, wenn es sich ungerecht gestraft fühlt und, wie es so ist, dann gleich an der ganzen Welt verzweifelt, aber es wird nicht dauernd sein. Es wäre meiner Meinung nach auch falsch, das Kind schon vom Elternhause lösen zu wollen: mit seiner egozentrischen Weltanschauung paßt es nicht in die dauernde Gesellschaft Gleichartiger; und die Kindheit ist der Lebensabschnitt, in dem der Mensch einerseits mit den alleräußerlichsten Erscheinungen seiner nächsten Umwelt bekannt gemacht werden und andrerseits seelisch zur Jugend, also letzten Endes zu einem gewissen Gegensatz gegen die vergangene Generation vorgebildet werden soll; und dazu ist die Familie am geeignetsten. Erst die Jugend bringt dann die Erziehung zum Menschen, zum Mitglied der — idealen! — Gesellschaft. Mit Eintritt der Pubertät stellt sich der Wunsch ein, aus der

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