Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 10 (Februar 1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 317 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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flüchtigen Stenogramme folgen; sie sind hier vielleicht nicht ganz wörtlich, aber unbedingt dem Sinne nach zutreffend wiedergegeben: „Also so sieht die Jugend aus, zu der begeisterte Frauen hinsehen und von der das Vaterland Hilfe erwartet. Diese Jugend wird von einem Vereine hergerufen, große Ziele werden ihr gezeigt, und diese Jugend antwortet, wir wollen uns amüsieren (wörtlich!). Der Geist, der aus dieser Jugend spricht, von dem Geist ist nichts zu hoffen, für das Vaterland, für das Volk. Wir haben Gott sei Dank andere Jugend, und wenn hier in so aufdringlicher Weise Reklame gemacht worden ist für den „Anfang" (die aufdringliche Reklame bestand darin, daß in der Diskussion junge Menschen von ihrer Zeitschrift sprachen und daß vor einer Jugendversammlung der Verlag Aufrufe hatte verteilen lassen. D. A.), so denken Sie nicht, daß in dieser Zeitschrift das zu finden sei, was wir erhoffen, daß diese Jugend imstande sei, Deutschland zu helfen. Ich muß sagen, beim Anblick dieser Summe von Dekadence (wörtlich!), ich muß sagen, ich bin entrüstet über den Geist, der aus dieser Ju gend spricht. Und eine Jugend, die es ablehnt, einmal einzutreten für die Aufgaben der Menschheit, und nur eine Forschungsarbeit leisten will, die der Jugend zukommt, so eine Jugend ist neu." Wir werden uns mit Herrn Paasche wohl noch einmal gründlicher auseinandersetzen, vorläufig begnügen wir uns, seine Worte hier als Urkunde völliger Verständnislosigkeit festzunageln. Heute sei nur folgendes festgestellt: Der „Vortrupp" tat sich so schrecklich viel zugute auf die Abstinenz von Rauschgetränken. Diese kleine Selbstbeherrschung aber ist sehr vielen von uns „Dekadenten" eine einfache Selbstverständlichkeit, von der wir keinerlei Aufhebens machen. Aber die Abstinenz hat für uns nur Ausdruckswert, was wir wollen, ist der neue Geist, und da werden Einzelreformen zu Selbstverständlichkeiten. Mit wirklichem Verständnis kam hingegen Gertrud Bäumer der Jugend entgegen. Sie erkannte es als voll berechtigt an, daß die Jugend gegen den Satz ,,Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft" sich zur Wehr gesetzt hat, und lehnte os entschieden ab, die Jugend politisch irgendwie zu beeinflussen. Als besonders sympathisch begrüßte sie die kameradschaftliche Gesinnung dieser Jugend den Mädchen gegenüber. H. L. Die „pädagogische Gruppe" in Jena läßt jetzt nicht viel nach außen hin von sich hören. Das hat seine Gründe. Teilweise auch in einer Wandlung des Prinzips. Vor allem aber, weil die Hauptträger unserer Gedanken fast alle „amtlich" sehr in Arbeit stecken. Unsere Sitzungen gehen aber trotzdem weiter. Sie sind auch nach wie vor öffentlich. Aber wir versammeln uns zumeist auf irgendeiner Bude. Die Propaganda steht