Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 10 (Februar 1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 314 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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peramentvoller Weise gab er ein plastisches Bild vom Freideutschen - *ü Jugendtag und von den einzelnen Gruppen, die da mitwirkten. Er versuchte dabei absichtlich, wie er in seinem Schlußworte hervorhob, die Frage der Jugendkultur möglichst wenig zu streifen, um ^l keine Empörung heraufzubeschwören. (Natürlich mißglückte dieser f|| Versuch, denn unsere Kameraden sind erst recht empört, wenn sie i|| glauben, daß man sie totschweigen will.) Die Rolle von Dr. % Wyneken behandelte der Vortragende in vorsichtiger Weise, kam : V? aber doch zu dem Schluß, daß Dr. Wyneken der Jugend des ^4 Freideutschen Jugendtages „zu hartes Brot gegeben habe". —Dr. Ulimanns große Reserve Dr.Wyneken und der ,,Jugendkultur'4 gegenüber --twar übrigens nicht recht verständlich, da er in fast allen praktisehen Fragen dieselben Programmpunkte aufstellte, die auch wir fordern, und sie sogar in eifler Terminologie begründete, die der unsrigen durchaus ähnlich sah. Es folgte eine längere erregte Diskussion. Es wurde chaotisch über alles mögliche durcheinander gesprochen. Im Schlußworte ging Dr. Ullmann ausführlich auf uns ein und änderte sein früheres Urteil über Dr. Wyneken (auf unsere Einwendung, daß weite Kreise der Jugend Dr. Wyneken doch folgten) dahin, daß sein Brot zwar doch recht .hart sei, aber immerhin von der intellektuellen Jugend genossen werden könne. Freilich nur diese könne ihm folgen. — Wir teilen diese Ansicht nicht, hatten jedoch keine Gelegenheit mehr, dies auszusprechen. Der Verlauf der Diskussion (trotzdem wir mit dem Resultat recht zufrieden sein konnten) deckte^ verschiedene Mißstände auf. Erstens ist es nicht möglich, daß alle Kameraden, die bei einem Vortrag anwesend sind und Anhänger der Jugendkultur zu sein glauben, in der Diskussion das Wort ergreifen, und daß jeder einzelne dann seinen Lieblingsgedanken unter der Fahne der Jugendkultur hinaus segeln läßt. Also mehr Disziplin! Zweitens ist es an sich schon ein Unsinn, wenn acht Leute ,,sich zur Jugendkultur bekennen4* und wahllos fast hintereinander für diese eintreten". Redner, die reden um zu reden, sollten unbedingt schweigen! Das ist die einzige Art, in der sie „Jugendkultur" fördern können. Drittens: eine gehässige, persönliche oder schnodderige Art zu polemisieren ist mit dem Willen zur Jugendkultur nicht vereinbar. Wenn wir selbst auf eine solche Art angegriffen werden, so wollen wir die Verantwortung . dafür dem Gegner überlassen und uns mit ihm nicht gemein machen, indem wir Gleiches mit Gleichem vergelten. Wer wirklich unsre Sache als eine ernste und heilige empfindet, kann nur den Willen haben, zu überzeugen. Das aber geschieht niemals mit der schartigen Waffe der Gehässigkeit. — Überhaupt müssen sich alle diejenigen, die sich in unseren Kampf stellen, ernstlich und innerlich klar sein, daß die Waffen, die wir gezwungen sind zu ergreifen und zur führen, um der Jugend ihr Recht zu erkämpfen, an sich unjugendlich sind. r Es sind übernommene Kampfes weisen. Es ist zwar ein vollkommenes -