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Der Anfang · 1914-02-01 · Heft 10 (Februar 1914) · p. Seite 292

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 10 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
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Was sich hier bei der Jugend geltend macht, tritt nicht dort allein auf. Jeder, der einen Blick in die geistigen Bewegungen unserer Tage geworfen hat, weiß, daß eine Auseinandersetzung mit dem traditionellen Kirchentum die weitesten Volkskreise ergreift und in der nicht mehr aufzuhaltenden Lawine der Kirchenaustrittsbewegung ihren praktischen' Ausdruck findet. Daß die Jugend, die sicherlich nicht durch Zeitunglesen dazu veranlaßt worden ist, auf die gleichen Probleme stößt, daß fast das ganze Heft 8 des „Anfangs" sich in den verschiedensten Formen mit diesem unabweislichen Bedürfnis nach Ehrlichkeit beschäftigt, beweist, daß es sich hier um eine große und maßgebende geistige Welle handelt, die alles ergreift, was heute denken und urteilen will und kann. Und daß die neue starke Jugendbewegung ungerufen und ungeleitet in dieselben Bahnen einlenkt, zeigt, daß sie auch einen organischen Teil in der Neugestaltung unseres geistigen Lebens bildet, und gibt uns die Gewähr, daß es sich nicht um eine vorübergehende Erscheinung handelt, sondern um einen notwendigen Teil der allgemeinen Entwicklung unseres Volkes. Somit spricht alles dafür, daß in der Frage des Religionsbekenntnisses dem kräftigen und selbständigen Teil der deutschen Jugend der Kampf nicht erspart werden kann. Wohl aber kann er erleichtert werden. Am unzweckmäßigsten wäre es, wenn jeder einzelne, ohne mit seinen Schulgenossen Fühlung zu nehmen, für sich den Kampf anfinge. Es ist leicht, tausend einzelne Kämpfer zu überwinden, während ein organisierter und gut geführter Heerhaufen von tausend Mann unter gegebenen Umständen unwiderstehlich sein kann. So müssen sich vor allen Dingen diejenigen, welche das Bedürfnis der Befreiung von der traditionellen Kirche empfinden, miteinander vereinigen. Macht eine halbe oder ganze Klasse eine solche Bewegung mit, so wird die Schulverwaltung sich außerstande sehen, sämtliche Schüler zu maßregeln, und halten die letzteren konsequent durch, so werden sie in irgendeiner Form ihr Ziel erreichen. Die wirtschaftliche Abhängigkeit, in der sich die Schüler befinden, ist in gewisser Beziehung ein Vorteil, denn sie haben nicht, wie etwa streikende Arbeiter, für Frau und Kind Sorge zu tragen, sondern riskieren nur vorübergehende Schwierigkeiten in ihrem Elternhause. Ferner aber ist es ein wesentlicher Punkt, daß nach den ge- 202

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