Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2709933-3186105-3186115--400-3186446- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Flügel der Freideutschen Jugendbewegung, die auf ihr Banner Jugendkultur geschrieben hat, widmete Prof. Natorp besondere Aufmerksamkeit. Er konnte ihm aber nicht vollständig gerecht werden, weil er in seiner Beurteilung der Jugend doch den Schnitt, den das Abitur macht, gelten läßt und von der Schuljugend verlangt, daß sie nur an ihrer inneren Reife arbeite, ohne sich um seine äußeren Lebensbedingungen zu bekümmern. Die sich daran anschließende Diskussion bedeutet einen Abschnitt in der Jugendemanzipation. — Nicht etwa, weil der „Anfang" im Mittelpunkt der Debatte stand, sondern weil hier zum erstenmal in Deutschland Primaner öffentlich und offiziell als Vertreter der Schülerschaft das Wort vor 4—500 Zuhörern ergriffen. Charakteristisch war es, daß am Anfang der Diskussion den Ausführungen der Schüler selbst an dieser Stelle nur lärmende Heiterkeit entgegengebracht wurde — aber nicht mehr am Schluß derselben. Bei dieser Gelegenheit ist die Jugend mehr zu Wort gekommen als auf dem ersten Freideutschen Jugendtag selbst. Bzn. Achtung! Jungens und Mädels vom Wandervogel! Die Fuldaer Bischofskonferenz hat über „sexuelle Aufklärung*' gesprochen. § 5 ihres Beschlusses lautet: 5. „Niemals sind gemeinsame turnerische Veranstaltungen oder turnerische Aufzüge von Knaben und Mädchen zu billigen; ebensowenig gemeinsame Wandervogelausflüge heranwachsender Knaben und Mädchen und mehrtägige Wandervogeltouren von Mädchen allein. Auch jedes vor breiter Öffentlichkeit hervortretende Schauturnen von Mädchen oder Damen, und noch weit mehr öffentliche Schwimmschaustellungen derselben, und selbstverständlich auch alles gemeinsame Schwimmen von Mädchen und Knaben müssen aufs schärfste verurteilt werden. Körperliche Übungen von Mädchen in einem dem weiblichen Körper und dem kindlichen und jungfräulichen Zartgefühl entsprechenden Umfange sind gewiß nicht zu verurteilen. Aber diesen Umfang (und in einzelnen Fällen beschränkte Zulassung verständiger Zuschauer) abzumessen ist Sache der Diskretion der religiös fühlenden Erzieher, nicht ausschließlich Sache eines technischen Fachmannes. Es wäre tief zu bedauern, wenn die Körperübungen beim weiblichen Geschlecht in solchem Umfange gepflegt würden, daß dadurch Zerfahrenheit ins Gemütsleben, Unters chätzung der Geistes- und G e m ü t s b i 1 d u n g , Schwächung des weiblichen Züchtigkeitsgefühls und Verminderung der Liebe zum stillen häuslichen Wirken eintreten würd e." Nachwort zu Heft 9. In vorliegendem Hefte bringen wir einige Entgegnungen auf Monos Artikel „Unsere Geselligkeit" (Heft 7). Wir haben ver- 287