Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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unser Verhältnis zwischen Jungen und Mädels, auf unsere Geselligkeit. Hier haben wir Positives geleistet. Das, was in dem Artikel von Friederich Mono gefordert wird, haben wir zum Teil ja schon. Ohne große Worte darum zu machen. Hier möchte ich zugleich für die Mädel sprechen, die in dieser Arbeit sehr schlecht wegkommen. Wir Jungen wollen doch bedenken, daß es für ein Mädchen unverhältnismäßig viel schwerer ist, sich über gegebene Schranken der Konvention hinwegzusetzen, als es für uns der Fall ist Denkt doch daran, wie ein Mädchen, das in einer gemeinsamen Ortsgruppe wandert, angesehen wird. Besonders in kleineren Städten ist es um ihren „guten Ruf" in der Regel geschehen. Und das ertragen meistens nur die 20<>/o Gescheiten. Aber unsere Mädels kommen mutig aus dem Glaskästchen einer wohlbehüteten bürgerlichen Moral heraus und reichen uns die Hand zu gemeinsamem Streite. Das tun unsere Wandermädel. Wer noch? „Aber sieh doch nur das Verhalten eurer Bundesleitung an!" wird man mir entgegenhalten. Ja nun, die Bundesleitung, das ist der Vorstand des „Vereins" W. V., aber nicht der „Bewegung". Innerhalb dieser gibt es so etwas überhaupt nicht Da gibt es nur Führer. Nicht die Führer, die Wege suchen, Essen kochen und einen Ausweis haben, sondern die, die uns „geistig" führen und weiterbringen. (Breuer und Lißner früher, Schneehagen und Köhler auf dem Meißner!) Wenn ihr uns beurteilen wollt, müßt ihr an Blühers Ausspruch von dem „großen, herrlichen Betrug der Jugend" denken. Wir müssen leider immer noch betrügen. Wie stehen wir denn zur Schule und zur Öffentlichkeit? Schlecht, außerordentlich schlecht. Wir werden gepreßt und gedrängt, wo und wie es nur immer geht. Wir haben nicht um „billigen Glanzes willen" unsere Kräfte ausgegeben, wie Blüher meint, und werden dies auch nie tun. Den billigen Glanz haben wir ja noch gar nicht Aber deswegen eben haben wir es schwer, uns zu behaupten. Darum brauchen wir den „Verein" und die Bundesleitung, die der 267