Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 230 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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„So, du hast dich verabredet, dann mußt du deinen Freund eben warten lassen/' — „Es geht nicht, Vater, es ist ein Mädchen." „Ein M . . . . ein Mädchen? Und das sagst du mit dieser Frechheit? — Was soll man nur dazu sagen? — Es kann keine Rede davon sein, daß du gehst — das wäre ja noch schöner, das —" „Willst du mir bitte sagen, was dagegen spricht, Vater?" — „Was dagegen spricht, so ein Bengel, was dagegen spricht — daß er mit irgendwelchen Mädchen da herumläuft." .— „Bitte sehr, es ist ein sehr feines, liebes Mädchen." — „So, so. Kann man es vielleicht einmal kennen lernen, dieses liebe, feine Mädchen? — Wirklich allerliebst. — Wie heißt sie denn überhaupt?" „Das kann ich dir leider nicht sagen, ich weiß es nicht* Vater." — „Das weiß der Bengel nicht! Nein, hier hört alles auf! — Jetzt setz dich mal — sag' mal — sieh mich mal an — hör' mal — ja, weißt du, bist du dir überhaupt klar ■— wie lange kennst du denn das Mädchen schon?" „Zwei Wochen." — „So, zwei Wochen erst. Nun sag* mal, hast du nie etwas von gewissen Gefahren gehört?" „Ja, selbstverständlich." — „Nein, ich meine nun nicht etwa Gefahren bei der Benutzung der Straßenbahn — sondern im Umgang — im Verkehr — ich meine im Zusammensein mit Mädchen?" „Wieso? Was für Gefahren?" „Also nicht einmal das weißt du, und dann wagst du es, mit solchem Mädel, mit solchem —" „Ich verbitte mir diesen Ton, Vater!" „Und dabei weißt du nicht einmal ihren Namen." „Natürlich weiß ich ihn, aber ich werde mich hüten, ihn dir zu sagen." — „So, dieser Ton deinem Vater gegenüber ist neu. Verprügeln sollte man dich, wenn es nur jiicht so — also du wirst jetzt Vernunft annehmen. Es gibt nämlich — also ich werde dir ein Buch geben, darin sollst du alles lesen, und dann überlege dir einmal, ob du noch mit einem solchen —" 230