Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 7 (November 1913)
- Date
- 1913-11-01
- Page
- Seite 212 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Eurer Kinder! Da ergriff uns ein Prometheustrotz. Wir dachten in unserer Brust: Wir Euch ehren? Wofür? Habt Ihr die Schmerzen gelindert Je des Beladenen? Habt Ihr die Tränen gestillef |p f W»Mpqf*-M*? Ilfjhiu wii niilil alK^s fcdb^ vollemM, Heilig glühende Herzen? Ja, es gibt noch andere Elternpflichtcn als Sorge für Essen und Trinken, für Bildung und Geist. Wir hungerten nach seelischer Speise, Ihr gabt uns glühendes Gold, So kam es, daß wir die Waffe des Geistes, den Wecker und Vertiefer seelischer Kräfte, die wir Euch verdankten, gegen Euch wenden mußten. Denn nur getragen von dem Strom starker Liebe zum Menschentum enthüllt Geist und Bildung seine höchste Bestimmung. Ohne solche Liebe bleibt beides nur ein Prunkstück der Eitelkeit. Im „Anfang" wollen wir die Brücke schlagen zu einer besseren Zeit. Lebendiges Zeugnis soll er ablegen von unseren Wünschen, von der Tiefe unseres Wollens. Durch den erzenen Klang unserer Stimmen soll der Jugend und den Eltern der Zukunft ein schöneres Zusammenleben ermöglicht werden. Das ist das erhabene Ziel unserer Arbeit. So hörte ich euch sprechen. Mit Ehrfurcht grüße ich euch und eure Tat, die zu tun ich zu meiner Zeit leider versäumte. Ihr werdet euch das Vertrauen erzwingen, das ihr beanspruchen dürft, und viele der Älteren, die heute euch skeptisch oder gar feindlich entgegentreten, werden, den Irrtum erkennend, freudig umlernen. Ihr werdet nicht nachtragend sein und ihnen gerne die Hand reichen. Den anderen aber gegenüber seid hart, aber nicht gehässig. Ihr versteht den Unterschied, denn ihr macht ihn. Umschau Positive Arbeit Die bisher erschienenen Hefte unserer Zeitschrift sind zum großen Teil mit Beiträgen prinzipieller Art gefüllt. Das ist selbstverständlich. Die ganz neue Auffassung vom Rechte der Jugend, die neue Selbstbeurteilung und der neue Ernst der Jugend, denen der „Anfang" dienen will, müssen zunächst einmal — und noch auf lange hinaus — prinzipiell begründet und formuliert werden. Dennoch dürften wir uns bereits einem Zeitpunkt nähern, wo nicht mehr jeder, der etwas zu sagen hat, wieder ganz von vorn anfangen muß, und wo der Ton des Aufrufs und der Predigt bei uns seltener werden kann. Wir brauchen uns nicht mehr 212