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Der Anfang · 1913-11-01 · Heft 7 (November 1913) · p. Seite 201

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 7 (November 1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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ist, begrüßt deshalb, weil in diesem seinem Extrem der Tanz selber sein Todesurteil ausspricht und damit die rein erotische Seite des Geschlechtsunterschiedes als Grundlage der Geselligkeit unmöglich gemacht ist. Das falsche System. Mit welcher Absicht läßt man denn Sekundaner und Töchterschülerin in der Tanzstunde aufeinander los? — Nun, man hat es glücklich fertig gebracht, die beiden Geschlechter bis zu diesem Zeitpunkt getrennt zu halten; aber „nun geht's doch los" auf beiden Seiten. Um Unheil zu verhüten, hat man mit großer Schläue einen nichtssagenden Begriff erfunden: „gesellschaftliche Gewandtheit ", damit wird sich schon alles machen, tröstet man sich, gewisse „taktvoll-graziöse" Leichtigkeit soll über alle Schwierigkeiten hinweghelfen. Sehen wir uns mal die reizende Erfindung an! Was ist das: gesellschaftsmäßiges Auftreten? Antwort: „Die Fähigkeit, mit grenzenloser Seichtigkeit nichtigen Unsinn zu kultivieren so, daß es gleich oberflächliche ,Ers' und ,Sies' nicht merken." Und das bleibt der offizielle Anstrich der Geselligkeit auf allen Stufen. Offiziell sage ich — und die Praxis? Nun, die zeigt eben, daß solch alberne Seichtigkeit nicht ganz befriedigt, und so kommt durchs Hinterpförtchen sehr inoffizieller Weise etwas herein, das ... na--— gleich kommt's. Wie sie wirklich ist. Ich erinnere mich, vor kurzem in einer Zeitschrift folgende Worte gelesen zu haben (nach dem Gedächtnis sinngemäß zitiert): „Es ist bekannt, daß das weibliche Geschlecht bei seiner sexuellen Leichtfertigkeit ebendieselbe Eigenschaft beim andern Geschlecht gern wiederfindet." Es läßt sich vielleicht darüber reden, ob dieser Zug einer korrupten Moral in solcher Allgemeinheit wirklich vorhanden ist; bestätigen muß ich aber, daß schon 16jährige Mädchen von Lyzeum und Studienanstalt diesen Defekt mit sich herumschleppen in Konkurrenz mit einer widerlich forciert zu Schau getragenen Sinnlichkeit. In diesem Zustande (ausmalen will ich ihn nicht) kommt also das weibliche Geschlecht mit dem andern zusammen. Der männliche Teil geht „natürlich" mit allergrößter Bereitwilligkeit auf diesen Stil ein, und der Effekt ist--- nun, ist eben der Zustand, den wir jetzt haben. Und dieser Zu- 201

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