Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 88 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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einer vorübergehenden Okkupation in Besitz genommen, aber nicht wieder geräumt hatten. Die Rothmüller-Bande wurde ihrerseits von dem Impas bedrängt, der gleich einem Attila von Osten nach Westen vorstürmend die Völker aufeinanderhetzte. Die Rothmüller-Bandc hatte keine Ehrfurcht vor eingezäunten Rasen, Beeten und Hecken und offenbarte die Rauheit ihrer Sitten auch darin, daß sie die geheiligten Bänke in der Lindenallee zu dem verpönten Spiel des Steinschiebens mißbrauchte. Die Ahoi-Leute hatten eine republikanische Verfassung; die auswärtige Politik wurde von mir geleitet. Neidhold, Götz und mein jüngerer Bruder verwalteten die Justiz, das Innere und den Handel. Wir hatten einen schwunghaften Export von Briefmarken und Käfern, für welche wir Mineralien eintauschten. Eines Tages bekam Neidhold von einem Angehörigen des: Rothmüller-Reidies einen Stoß in den Magen. Wir richteten eine Note an die Nachbarregierung, in weither wir erklärten, daß wir diesi als eine unfreundliche Handlung ansehen müßten. Während des darauffolgenden Notenaustausches beriefen wir unsere Reserven v'm und mobilisierten am 6. Juli. Wir sicherten uns' die wohlwollende Neutralität der in der dritten Terrasse angesiedelten Denkbuben und erklärten tarn 8. Juli den Krieg. In zwei siegreichen Treffen, bei welchen sich zum Erstaunen des' ganzen zivilisierten Schwarzenbergparks die tiefe Korruption des Rothmüller-Regimes offenbarte und dessen System an seiner inneren Fäulnis zusammenbrach, schlugen wir die Feinde aufs Haupt und zwangen sie, sich «auf diasi Plateau hinter dem Hochstrahlbrunnen zurückzuziehen. Die Rothmüller-Bande erwies sich als! ein Koloß mit tönernen Füßen. In der Schlacht am Hochstrahlbrunnen, welche ich leitete, gelang es uns, Rothmüllers Zentrum zu durchbrechen und seinen rechten Flügel zu umfassen. Vollständig demoralisiert und von seinen Verbindungen abgeschnitten, sah er sich gezwungen, zu kapitulieren. Wir zeigten bei unseren Friedensverhandlungen weise Mäßigung. Wir verzichteten auf eine Kriegsentschädigung, verlangten aber Räumung der Lindenallee und die Schleifung aller Festungen auf der oberen Terrasse, ferner Anerkennung desl Prinzips der offenen Tür. Zunächst wurde ein Modus vivendi vereinbart. Der Friedens^ vertrag wurde erst drei Tage später unterzeichnet und am 15. Jirti ratifiziert. 88