Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 57 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Sehr amüsant sind ja die beiden Beispiele der im Examen reichen Professoren. Also sogar diese werden schon vom Schulsy« zum Mogeln gezwungen? und zwar gerade die besseren unter ihnen^ Und empfindet unser Apötoget denn gar nicht die fürditerEdJ Geschmacklosigkeit, die darin liegt, bei dem bekannten Ltede Walto! von der Vogelweide „sexuelle Aufklärung" und „diese Dinge" audl nur zu erwähnen? — Dann soll man schon lieber solche Gedieht! ganz weglassen. Daß die Jungens für das Lessingdenkmal' nur 1,60 Kronen übri hatten, freut uns herzlich. Für das Abonnement des Anfangs habe sie mit Recht mehr übrig. Was geht daraus hervor? Offenbaj daß ihnen Lessing gleichgültig ist, und daß sie ehrlich genug sim dies zu bekennen. Wen trifft die Schuld daran? — Ua wenn ein für Literatur begeisterter Junge den Inhalt von Nathai dem Weisen nicht kennt, so hat das wahrscheinlich die gleich Ursache. Sich darüber zu entrüsten, bleibe den Oberlehrern vw behalten. Wer für eine Sache begeistert ist, wird von selbst seind Weg und seine Führer finden. Und wenn das Geschwätz übe Literatur und Theater in der Schule grauenhaft war, so belaste das doch alles immer wieder nur das Konto der Schule. Dem jungen Menschen, der „Miß Emilia Sampson" für eim kritische Schrift Lessings ausgab, wird doch höchstwabrscheirtlid auf der Schule Lessings Laokoon nicht zum persönlichen Erlebni geworden sein. Sein Irrtum ist also nichts als eine Unbeschlagea heit des Gedächtnisses, ein Mangel an totem Wissen. Was ua aber an diesen Einwürfen unseres Gegners am meisten interessiert das ist die Tatsache, daß seine eigene Wertung und Entrüstuqj schon ganz oberlehrerhaft eingestellt ist.; Was der Briefschreiber über Qualitätsmangel des Schulet materials anführt, ist ja ohne weiteres zuzugeben. Und dafür fcaflt die Schule in der Tat nichts. Das liegt in den sozialen Verhafe nissen. Aber das Vereinsleben dieser Schüler ist schon wieder eft starkes Symptom ihrer geistigen Verwahrlosung auf der Schule. Daß die Jugend so reif wäre, wie das Mannesalter, ist nirgend* behauptet, wohl aber, daß sie eben in ihrer Unreife einen defli reifen Alter ebenbürtigen Wert repräsentiert. Eine stolze und freie Jugend fühlt das. Darüber gerade mit der Jugend zu diskutieren, halten wir für überflüssig. Dr. SP.